Friday, July 18, 2008

Fiyera und Xander - Part 5

Als jedoch Fiyera sah, dass der andere nicht mit Besteck aß, presste sie die Lippen aufeinander und legte ihre Gabel auch beiseite, bevor sie mit dem Messer nun die Pizza viertelte, bevor sie eines auf die Hand nahm.
„"Mh“," machte sie und biss in das Stück, während sie überlegte, wie wieder ein Gespräch in Gang kommen könnte, doch fiel ihr nichts ein. Nichts sinnvolles zumindest, was man am ersten Tag fragen sollte.

Xander grinste in sich hinein und aß seine Pizza weiter, unterbrochen nur wenn er an seinem Drink nippte. Als er fertig war, griff er nach einer Serviette und wischte sich die Hände ab.
"Möchten Sie noch etwas trinken, Fiyera?" Unbewusst betonte er ihren Namen und sah sie beinahe durchdringend an.

Die junge Frau schüttelte ihren Kopf. „"Danke nein."“ Wenn sie Nathan noch aus den Schwierigkeiten holen wollte, musste sie nüchtern bleiben, das war ihr klar. Nachdenklich musterte sie Xander.
Irgendwie hatte sie das Gefühl, er war mehr, als nur ein einfacher Bürger, aber vermutlich ging da ihre Fantasie wieder mit ihr durch. Leise seufzte sie.
Sie sollte sich endlich daran gewöhnen nicht in jedem Menschen einen Ashranti zu sehen.

Xander lächelte. "Dann nehme ich an, dass Sie zu Ihren Freunden wollen, mit denen Sie da waren..."
Er trat an die Bar und mischte sich einen weiteren White Russian. Er setzte das Glas an, exte es und genoss das seltsame Gefühl, dass sich in ihm breit machte. Als er sich wieder Fiyera zu wandte, flackerte sein Blick leicht.

Fiyera lachte und schüttelte ihren Kopf. „"Nun, vielleicht später“," meinte sie und warf einen Blick auf ihre Uhr. Noch ein wenig Geduld musste sie haben, dann könnte sie sich endlich um Nathan kümmern. Es war gefährlich, das wusste sie und unter Umständen könnte es mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als geplant, aber das war sie ihrem Freund schuldig.
Nachdenklich runzelte sie die Stirn. "„Ich meine, die Nacht ist noch jung."“

"Ja, in der Tat." Xanders Stimme klang einige Nuancen dunkler und Fips tauchte lautlos hinter ihm auf. Die kleine Drohne überwachte seine Werte und befand gemäß der Programmierung, die man ihr zu Teil hatte werden lassen, dass sie noch nicht eingreifen musste.
"Und was machen Sie, wenn Sie nicht in Clubs sind?" Xanders Stimme wurde noch dunkler und etwas anderes mischte sich mit hinein.

„"Ich“", begann Fiyera und zog die Augenbrauen zusammen. Sie hörte sehr wohl die Veränderung in seiner Stimme. Auch wenn sie es sich nicht erklären konnte, sprachen sämtliche Alarmsysteme, die sie sich angeeignet hatte, an.
„"Normalerweise arbeite ich als ... Sekretärin."“ Die Pause war nicht lange, nur ein sehr aufmerksamer Zuhörer könnte das kurze Zögern und die anschließende Unsicherheit der jungen Frau erkennen.

"Sekretärin?" Der Blick mit dem Xander sie maß, machte mehr als deutlich was er davon hielt. Auch war ihm das kurze Zögern und die Unsicherheit nicht entgangen. "Verschwenden Sie nicht Ihre Talente...", murmelte er leise und trat zur Couch zurück.
"Und was machen Sie nicht normalerweise?" Xander spürte tief in sich etwas erwachen. Es schlich um die junge Frau herum und schnurrte in ihm, dass Xander schauderte. Er begriff langsam, dass seine Sinne sich aus ihrem Kerker befreiten. Aber warum griff Fips dann nicht ein. Die Panik, die ihn mit sich hatte reißen wollen, zog sich zurück.

Fiyera lachte gezwungen. „"So viele Talente habe ich nicht“," meinte sie und lehnte sich zurück. Äußerlich war sie entspannt, doch innerlich war sie auf der Hut, schließlich war das hier gerade gefährliches Gebiet. Sie musste nun aufpassen.
„"Und un-normalerweise gehe ich Schwimmen, Einkaufen, treffe mich mit meinen Freunden, was so eine Frau heutzutage tut. Was ist denn mit ihnen?“"

Xanders Sinne schlugen an, was hatte sie nur an sich, was verbarg sie nur. Es fiel ihm schwerer sich auf das Gespräch zu konzentrieren.
"Ich?" Xander grinste beinahe anzüglich. "Meist bade ich den Mist von anderen aus und stehe dafür grade, dass sie es einfach nicht besser können." Er verdrehte leicht die Augen. "Menschen sind bisweilen erschreckend erfinderisch darin darzulegen, warum sie nicht Schuld sind, dass etwas nicht funktioniert hat." Seine Stimme klang verachtend, während sein erster Sinn, dem Gefängnis der Tabletten entschlüpfte und die Geräusche mit einer solchen Intensität über ihn hinwegschwappten, dass er das Gesicht schmerzlich verzog. Das war eindeutig zu laut. Aber warum griff Fips nicht ein? Die Drohne war bisher immer bestens auf ihn abgestimmt gewesen.
"Vielleicht sollten Sie gehen." Seine Stimme klang befehlend, aber er konnte die aufsteigende Panik nicht heraushalten.

Fiyera betrachtete den anderen noch einen Moment, dann nickte sie langsam. „"Gut“," meinte sie schließlich und erhob sich. Es war ein sonderbares Gefühl. Einerseits hatte sie befürchtet, dass der andere sie nicht gehen lassen wollte, andererseits... Mühevoll schüttelte die junge Frau diesen Gedanken ab.
Wenn sie Nathan helfen wollte, dann durfte sie nicht länger hier bleiben. So machte sie einen Schritt auf die Tür zu und wandte sich dann noch einmal zu Xander um. Trotz allem durfte sie nicht die Höflichkeit vergessen.
„"Ich danke Ihnen für ihre Gastfreundschaft“," gab sie zurück und strich sich eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht.
Eine Frage jedoch stellte sie sich: Vor was schien der andere solche Panik zu haben? Sicher nicht vor ihr, außer... "„Soll ich einen Arzt rufen?“"

"Einen Arzt?" Xanders Stimme hatte nun einen vollen Bass und klang gleichzeitig so panisch als hätte er geschrien. Sein Geruchssinn stahl sich aus seinem Gefängnis und die Gerüche explodierten in seiner Nase. Reichte es nicht, dass er jeden Atemzug, jeden Pulsschlag von Fiyera hören konnte? Er nahm ihren Geruch wahr, das Parfum war er als angenehm empfunden hatte, erschlug ihn nun fast. Dazwischen nahm er den Geruch von Metall und erstaunlicherweise auch von Menschen wahr. Es gab wenige, die noch wirklich nach Mensch rochen.
Xander legte die Hände auf die Stirn und versuchte ruhig zu atmen. "Gehen Sie Fiyera, gehen Sie." Doch seine Worte waren viel zu leise, als dass sie ihn hätte hören können.

Fiyera zog die Augenbrauen zusammen. Der andere war panisch, etwas schien ihm solche Angst zu bereiten. Aber was? Besorgt blickte die junge Frau sich um, dann trat sie einige Schritte vor.
So könnte sie den anderen, so wenig sie ihn auch kannte und so ein ungutes Gefühl sie bei ihm hatte, nicht alleine lassen.
Langsam kam sie näher. „"Beruhigen Sie sich“," meinte sie sanft und streckte ihre Hände aus, um zu zeigen, dass sie ihm nichts wollte.
„"Es wird nichts geschehen. Setzen Sie sich am besten hin, aufrecht und schließen sie die Augen.“"

Xander zuckte unter ihrer Fast - Berührung zusammen und der Klang ihrer Stimme war entschieden zu laut, aber während seine Sinne aus dem Käfig ausgebrochen waren, in den er sie so sorgfältig eingesperrt hatte, schien Fiyera die Möglichkeit zu bieten, wenigstens etwas Frieden zu finden. So folgte er ihren Anweisungen, während ihn die Vielfalt von Wahrnehmungen beinahe den Verstand raubte.
Hatte er zuvor nur mehr gehört und mehr gerochen, so schmeckte, spürte und sah er nun mehr als noch vor wenigen Momenten. Gequält schloss er die Augen und versuchte sich auf Fiyera zu konzentrieren. Ein leiser Laut glitt über seine Lippen, ein Laut der jedem Lebewesen die Qual verriet, welche durch Xander tobte. Aber Fips reagierte immer noch nicht.

Labels:

0 Comments:

Post a Comment

<< Home