Fiyera und Xander - Part 6
"Gut." Langsam kam Fiyera noch einen Schritt näher und ließ sich vor Xander auf die Knie sinken. "Atmen sie tief ein und aus, konzentrieren Sie sich dabei nur auf Ihren Atem, denken Sie an nichts."
Die junge Frau wusste zwar nicht, ob es was brachte, aber irgendwie musste sie den anderen doch beruhigen können und mit der Meditation hatte sie bei sich schon oft gute Erfolge erzielt.
Innerlich musste sie grinsen, dass sie jetzt das gleiche tat, wie Nathan es vor einigen Jahren bei ihr getan hatte.
Xander stöhnte leise. "Zu laut. Das ist zuviel."
Obgleich ihre Nähe ihn noch weiter in die Vielfalt der Wahrnehmungen trieb, bot sie ihm auch einen gewissen Halt, als es ihm gelang sich nur auf sie zu konzentrieren. Ihre Stimme, Ihr Geruch, Ihre Präsenz, einfach nur Sie. Dann schrillten in der Ferne Sirenen los und Xander verkrampfte sich. Der Schmerz raste durch ihn hindurch und entlud sich in einem lautlosen Schrei. Xander kippte nach hinten auf die Couch, die Augen weit aufgerissen und alle Sinne in ihrer wahren Stärke, wusste er nicht mehr, was er tun sollte. In dem Augenblick als die Sirenen los schrillten, hatten sie alles andere ausgelöscht. Sein Blick ging ins Leere.
"Xander!" Fiyera wusste nicht, was sie machen sollte, geschweige denn, was mit dem anderen passiert war. Eilig kramte sie in ihrer Tasche, um ihr Handy herauszufischen.
Noch einmal blickte sie den anderen ernst an, fühlte seine Stirn, bevor sie das Mobiltelefon aufklappte und eine Nummer wählen wollte.
In der Ferne jaulte eine Sirene, vermutlich eine Alarmanlage, die ausgelöst worden ist, ansonsten war es still. Was Xander also mit zu laut meinte, konnte sie nicht erkennen.
In der Küche brummte noch leise der Kühlschrank, aber weder der noch der Alarm waren so laut, dass sie solche Wirkung haben konnten.
Xander trieb irgendwo zwischen dunkel und hell. Während die Sirene endlich verstummte, begannen einige Medikamente ihre Wirkung zu entfalten. Sanft drängten sie Xanders Sinne zurück, schränkten sie auf ein erträgliches Maß herunter. Langsam nahm er seine Umgebung wieder wahr.
"Fiyera?" Seine Stimme war ein leises Krächzen, dass ihm einen Schauer überjagte. Er spürte sie direkt neben sich auf der Couch. "Du brauchst keinen Arzt zu rufen." brachte er mühsam heraus. Er schloss seine Augen, als er sie wieder öffnete, war die Leere verschwunden. Statt dessen funkelte ein tiefes Meergrün in ihnen.
Fiyera blickte den anderen an. "Sie sehen mir gar nicht gut aus", gab sie zurück und schüttelte gleichzeitig ihren Kopf. "Ich sollte einen Arzt rufen, außer Sie sagen mir, weshalb Sie meinen, keinen zu brauchen. Glauben Sie mir, ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn Ihnen etwas zustößt."
Trotz ihrer Worte drückte die junge Frau noch nicht ihre Wahltaste. Stattdessen musterte sie den anderen genau.
Das meergrün seiner Augen faszinierte sie. Irrte sie sich oder waren seine Augen vorhin nicht so intensiv gewesen?
Sie seufzte und wartete auf eine Antwort.
"Weil mir kein Arzt wirklich helfen kann." Xanders Worte waren leise, gerade noch laut genug, dass sie ihn verstehen konnte. "Sprechen Sie bitte leiser. Diese verdammte Sirene war heute wirklich das letzte, viel zu laut." Er schloss für einen Moment die Augen, dann wandte er sein Gesicht zu ihr und sah sie mit diesen schimmernden Meergrünen an.
"Stellen Sie Ihre Fragen Fiyera, aber leise. Ich habe ziemlich Kopfschmerzen." 'Und mir ist übel, mir ist zu warm und ich fühl mich einfach nur grässlich.' dachte er für sich.
Als Antwort nickte die junge Frau nur und ließ ihre Hand mit dem Handy darin, sinken. "Gut," wisperte sie dann. Antworten, das war es, was sie nun wollte.
Doch sie wusste auch, dass ein Arzt, wenn er keine Ahnung hatte, was er machen sollte, zu oft die falschen Leute informierte. Zwar wusste sie nicht, ob es für Xander ein Problem war, aber das würde sie hoffentlich noch erfahren.
"Warum," fuhr sie schließlich fort, immer noch möglichst leise sprechend, "Kommt Ihnen ein so entferntes Sirenengeräusch so laut vor, dass sie dadurch fast die Besinnung verlieren?"
"Weil ich es so laut wahrgenommen habe, als hätte ich direkt daneben gestanden." Xander verzog das Gesicht zu einem schiefen Grinsen. "Extrem feine Sinne sind zumindest hier in der Stadt und der näheren Umgebung ein Fluch, der andere durchaus schon in den Wahn getrieben hat." Er lachte leise, humorlos auf. Etwas Bitteres lag in seinen Worten als er fortfuhr. "Meine Eltern sind erst hierher gezogen als ich alt genug war, mich anpassen zu können. Ich habe wochenlang im Krankenhaus gelegen und nicht eins dieser fantastischen Medikamente hat angeschlagen. Schließlich haben Sie meinen Eltern etwas vorgeschlagen." Er sah Fiyera durchdringend an. "Sie hätten es abgelehnt, aber der Arzt hat mich gefragt." Wieder ein humorloses Lachen. "Schizophrenie. Die Medikamente dafür waren die einzigen auf die ich angesprochen habe. Seit dem unterdrücke ich meine Sinne mit den Medikamenten und schränke so meine Wahrnehmung auf die eines 'Normal-Menschen' runter."
Geduldig hörte Fiyera zu. Was er dort erzählte klang fantastisch, aber dennoch glaube sie ihm. Gleichzeitig beunruhigte es sie ein wenig. Trotzdem steckte sie ihr Mobiltelefon wieder beiseite und nickte.
"Ich verstehe," flüsterte sie. Zumindest eine ihrer Fragen war geklärt, was Xander jedoch erzählt hatte, warf gleichzeitig wieder neue Unklarheiten auf. Außerdem hatte er gesagt, dass er ihre Fragen beantworten würde.
"Nun," fuhr die junge Frau dann wieder fort, "Doch weshalb haben Sie solche empfindlichen Sinnesorgane?" Die Antwort zu der Frage könnte entscheidend für Fiyeras nächste Aktionen sein.
"Weil ich nicht hierher gehöre." Xanders Blick glitt durch Fiyera weit in die Ferne. "Ich bin weiter unten im Süden aufgewachsen. Fern ab von Städten und ihren Auswirkungen." Er machte eine Pause. "Eine Welt in der Sie der Tod so leise kommen kann, dass Sie sich auf all ihre Sinne verlassen können müssen. Für eine gewisse Weile können wir in Städten leben, aber irgendwann treiben uns die Wahrnehmungen in den Wahn. Es ist zu laut, es riecht zu viel, zu viele Details für unsere Augen, zu viele Geschmäcker die verwirren, zu viel zu spüren."
Fiyera verengte die Augen. Der Süden. Viel hatte sie schon darüber gehört, doch dass jemand dort überleben konnte war neu. Seit der Manima-Katastrophe in Mexiko hatte sich kein Städter mehr weiter als bis zu dem abgezäunten grünen Gürtel des nördlichen Colorado gewagt.
Was dahinter lag war unbekannt. Zwar hörte man immer wieder von Forschungsteams, die sich dort hin wagten, aber bisher war keiner von ihnen zurückgekehrt. Und Xander sollte dort her kommen.
Nun doch schon etwas misstrauisch musterte sie den anderen. "Und weshalb sind Sie hierhergekommen?"
"Meine Eltern, nicht ich." Xander verzog das Gesicht. "Ich verstehe sie bis heute nicht, aber ich gehöre nicht mehr in den Süden, ebenso wenig wie ich hierher gehöre."
Ganz vorsichtig setzte er sich auf und rutschte weiter auf die Couch, bis er mit dem Rücken an die Lehne stieß. "Ich habe mir mein Leben sicherlich anders vorgestellt Fiyera. Ich wollte nie Medikamente nehmen müssen, nur um überhaupt leben zu können."
Fiyera nickte langsam. "Ich verstehe Sie. Ich könnte mir auch kein Leben vorstellen, wenn ich ständig irgendwelche Medikamente schlucken müsste," meinte sie leise und mit einer eisigen Tonlage, die jedoch nicht auf Xander gerichtet schien.
"Aber irgendwann müssen Sie doch einen Ort finden, an dem Sie zu Hause sein können. Sagt nicht ein altes Sprichwort: Heimat ist dort, wo du dich zu Hause fühlst? Ihren Ort werden Sie sicher irgendwann finden."
"Wenn es danach geht, wohl eher nicht." Er lachte leise und lehnte sich in die Polster zurück. "Lassen Sie uns von anderen Dingen sprechen, Fiyera." Er blinzelte und versuchte erfolglos ein Gähnen zu unterdrücken. Während dem Gespräch mit ihr, war Ruhe in seine aufgebrachten Sinne eingekehrt und er merkte wie sehr ihn dieser Anfall geschwächt hatte. Seine Temperatur war leicht erhöht und seine Haut hatte einen leichten Glanz.
Fiyera nickte langsam und betrachtete Xander noch einen langen Moment. "Eine Frage noch, wenn Sie erlauben?," meinte sie dann. Es gab tatsächlich noch eine Sache, die ihr auf der Zunge brannte, etwas, das sie nun unbedingt wissen musste.
Sein Blick ruhte auf ihr. "Nur zu, fragen Sie Fiyera."
Er lächelte müde. Die Augen fielen ihm zu, doch er schlug sie direkt wieder auf. Er würde den Teufel tun und einfach einschlafen. Das wäre nun wirklich unhöflich. Ein Schatten huschte über sein Gesicht, als ihm bewusst wurde, dass Fiyera eine ganze Menge über ihn erfahren hatte. In Gedanken zuckte er mit den Schultern. Und wenn schon? Er konnte es nicht mehr verbergen.
"Sie waren im Krankenhaus," begann die junge Frau und ließ sich ganz auf dem Boden nieder. Sie erkannte sehr wohl, dass ihr Gegenüber müde war, dennoch musste sie diese eine Frage noch stellen.
"Was haben die Ärzte getan, als sie mit solch ungewöhnlichen Symptomen eingeliefert worden sind? "Sie betrachtete nun genau jede Regung Xanders. "Und sind Sie sich sicher, dass die Medikamente wirklich nur das machen, was Ihnen versprochen wurde?"
Xander blinzelte müde, es fiel ihm schwer die Erschöpfung beiseite zu schieben und sich auf Fiyera zu konzentrieren.
"Ich erinnere mich nicht mehr genau. Aber die meisten Medikamente haben nichts bewirkt oder es noch schlimmer gemacht. Einzig die für Menschen mit einer gespaltenen Persönlichkeit haben angeschlagen." Ihm fielen die Augen zu, er blinzelte. "Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkung..."
Die junge Frau wusste zwar nicht, ob es was brachte, aber irgendwie musste sie den anderen doch beruhigen können und mit der Meditation hatte sie bei sich schon oft gute Erfolge erzielt.
Innerlich musste sie grinsen, dass sie jetzt das gleiche tat, wie Nathan es vor einigen Jahren bei ihr getan hatte.
Xander stöhnte leise. "Zu laut. Das ist zuviel."
Obgleich ihre Nähe ihn noch weiter in die Vielfalt der Wahrnehmungen trieb, bot sie ihm auch einen gewissen Halt, als es ihm gelang sich nur auf sie zu konzentrieren. Ihre Stimme, Ihr Geruch, Ihre Präsenz, einfach nur Sie. Dann schrillten in der Ferne Sirenen los und Xander verkrampfte sich. Der Schmerz raste durch ihn hindurch und entlud sich in einem lautlosen Schrei. Xander kippte nach hinten auf die Couch, die Augen weit aufgerissen und alle Sinne in ihrer wahren Stärke, wusste er nicht mehr, was er tun sollte. In dem Augenblick als die Sirenen los schrillten, hatten sie alles andere ausgelöscht. Sein Blick ging ins Leere.
"Xander!" Fiyera wusste nicht, was sie machen sollte, geschweige denn, was mit dem anderen passiert war. Eilig kramte sie in ihrer Tasche, um ihr Handy herauszufischen.
Noch einmal blickte sie den anderen ernst an, fühlte seine Stirn, bevor sie das Mobiltelefon aufklappte und eine Nummer wählen wollte.
In der Ferne jaulte eine Sirene, vermutlich eine Alarmanlage, die ausgelöst worden ist, ansonsten war es still. Was Xander also mit zu laut meinte, konnte sie nicht erkennen.
In der Küche brummte noch leise der Kühlschrank, aber weder der noch der Alarm waren so laut, dass sie solche Wirkung haben konnten.
Xander trieb irgendwo zwischen dunkel und hell. Während die Sirene endlich verstummte, begannen einige Medikamente ihre Wirkung zu entfalten. Sanft drängten sie Xanders Sinne zurück, schränkten sie auf ein erträgliches Maß herunter. Langsam nahm er seine Umgebung wieder wahr.
"Fiyera?" Seine Stimme war ein leises Krächzen, dass ihm einen Schauer überjagte. Er spürte sie direkt neben sich auf der Couch. "Du brauchst keinen Arzt zu rufen." brachte er mühsam heraus. Er schloss seine Augen, als er sie wieder öffnete, war die Leere verschwunden. Statt dessen funkelte ein tiefes Meergrün in ihnen.
Fiyera blickte den anderen an. "Sie sehen mir gar nicht gut aus", gab sie zurück und schüttelte gleichzeitig ihren Kopf. "Ich sollte einen Arzt rufen, außer Sie sagen mir, weshalb Sie meinen, keinen zu brauchen. Glauben Sie mir, ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn Ihnen etwas zustößt."
Trotz ihrer Worte drückte die junge Frau noch nicht ihre Wahltaste. Stattdessen musterte sie den anderen genau.
Das meergrün seiner Augen faszinierte sie. Irrte sie sich oder waren seine Augen vorhin nicht so intensiv gewesen?
Sie seufzte und wartete auf eine Antwort.
"Weil mir kein Arzt wirklich helfen kann." Xanders Worte waren leise, gerade noch laut genug, dass sie ihn verstehen konnte. "Sprechen Sie bitte leiser. Diese verdammte Sirene war heute wirklich das letzte, viel zu laut." Er schloss für einen Moment die Augen, dann wandte er sein Gesicht zu ihr und sah sie mit diesen schimmernden Meergrünen an.
"Stellen Sie Ihre Fragen Fiyera, aber leise. Ich habe ziemlich Kopfschmerzen." 'Und mir ist übel, mir ist zu warm und ich fühl mich einfach nur grässlich.' dachte er für sich.
Als Antwort nickte die junge Frau nur und ließ ihre Hand mit dem Handy darin, sinken. "Gut," wisperte sie dann. Antworten, das war es, was sie nun wollte.
Doch sie wusste auch, dass ein Arzt, wenn er keine Ahnung hatte, was er machen sollte, zu oft die falschen Leute informierte. Zwar wusste sie nicht, ob es für Xander ein Problem war, aber das würde sie hoffentlich noch erfahren.
"Warum," fuhr sie schließlich fort, immer noch möglichst leise sprechend, "Kommt Ihnen ein so entferntes Sirenengeräusch so laut vor, dass sie dadurch fast die Besinnung verlieren?"
"Weil ich es so laut wahrgenommen habe, als hätte ich direkt daneben gestanden." Xander verzog das Gesicht zu einem schiefen Grinsen. "Extrem feine Sinne sind zumindest hier in der Stadt und der näheren Umgebung ein Fluch, der andere durchaus schon in den Wahn getrieben hat." Er lachte leise, humorlos auf. Etwas Bitteres lag in seinen Worten als er fortfuhr. "Meine Eltern sind erst hierher gezogen als ich alt genug war, mich anpassen zu können. Ich habe wochenlang im Krankenhaus gelegen und nicht eins dieser fantastischen Medikamente hat angeschlagen. Schließlich haben Sie meinen Eltern etwas vorgeschlagen." Er sah Fiyera durchdringend an. "Sie hätten es abgelehnt, aber der Arzt hat mich gefragt." Wieder ein humorloses Lachen. "Schizophrenie. Die Medikamente dafür waren die einzigen auf die ich angesprochen habe. Seit dem unterdrücke ich meine Sinne mit den Medikamenten und schränke so meine Wahrnehmung auf die eines 'Normal-Menschen' runter."
Geduldig hörte Fiyera zu. Was er dort erzählte klang fantastisch, aber dennoch glaube sie ihm. Gleichzeitig beunruhigte es sie ein wenig. Trotzdem steckte sie ihr Mobiltelefon wieder beiseite und nickte.
"Ich verstehe," flüsterte sie. Zumindest eine ihrer Fragen war geklärt, was Xander jedoch erzählt hatte, warf gleichzeitig wieder neue Unklarheiten auf. Außerdem hatte er gesagt, dass er ihre Fragen beantworten würde.
"Nun," fuhr die junge Frau dann wieder fort, "Doch weshalb haben Sie solche empfindlichen Sinnesorgane?" Die Antwort zu der Frage könnte entscheidend für Fiyeras nächste Aktionen sein.
"Weil ich nicht hierher gehöre." Xanders Blick glitt durch Fiyera weit in die Ferne. "Ich bin weiter unten im Süden aufgewachsen. Fern ab von Städten und ihren Auswirkungen." Er machte eine Pause. "Eine Welt in der Sie der Tod so leise kommen kann, dass Sie sich auf all ihre Sinne verlassen können müssen. Für eine gewisse Weile können wir in Städten leben, aber irgendwann treiben uns die Wahrnehmungen in den Wahn. Es ist zu laut, es riecht zu viel, zu viele Details für unsere Augen, zu viele Geschmäcker die verwirren, zu viel zu spüren."
Fiyera verengte die Augen. Der Süden. Viel hatte sie schon darüber gehört, doch dass jemand dort überleben konnte war neu. Seit der Manima-Katastrophe in Mexiko hatte sich kein Städter mehr weiter als bis zu dem abgezäunten grünen Gürtel des nördlichen Colorado gewagt.
Was dahinter lag war unbekannt. Zwar hörte man immer wieder von Forschungsteams, die sich dort hin wagten, aber bisher war keiner von ihnen zurückgekehrt. Und Xander sollte dort her kommen.
Nun doch schon etwas misstrauisch musterte sie den anderen. "Und weshalb sind Sie hierhergekommen?"
"Meine Eltern, nicht ich." Xander verzog das Gesicht. "Ich verstehe sie bis heute nicht, aber ich gehöre nicht mehr in den Süden, ebenso wenig wie ich hierher gehöre."
Ganz vorsichtig setzte er sich auf und rutschte weiter auf die Couch, bis er mit dem Rücken an die Lehne stieß. "Ich habe mir mein Leben sicherlich anders vorgestellt Fiyera. Ich wollte nie Medikamente nehmen müssen, nur um überhaupt leben zu können."
Fiyera nickte langsam. "Ich verstehe Sie. Ich könnte mir auch kein Leben vorstellen, wenn ich ständig irgendwelche Medikamente schlucken müsste," meinte sie leise und mit einer eisigen Tonlage, die jedoch nicht auf Xander gerichtet schien.
"Aber irgendwann müssen Sie doch einen Ort finden, an dem Sie zu Hause sein können. Sagt nicht ein altes Sprichwort: Heimat ist dort, wo du dich zu Hause fühlst? Ihren Ort werden Sie sicher irgendwann finden."
"Wenn es danach geht, wohl eher nicht." Er lachte leise und lehnte sich in die Polster zurück. "Lassen Sie uns von anderen Dingen sprechen, Fiyera." Er blinzelte und versuchte erfolglos ein Gähnen zu unterdrücken. Während dem Gespräch mit ihr, war Ruhe in seine aufgebrachten Sinne eingekehrt und er merkte wie sehr ihn dieser Anfall geschwächt hatte. Seine Temperatur war leicht erhöht und seine Haut hatte einen leichten Glanz.
Fiyera nickte langsam und betrachtete Xander noch einen langen Moment. "Eine Frage noch, wenn Sie erlauben?," meinte sie dann. Es gab tatsächlich noch eine Sache, die ihr auf der Zunge brannte, etwas, das sie nun unbedingt wissen musste.
Sein Blick ruhte auf ihr. "Nur zu, fragen Sie Fiyera."
Er lächelte müde. Die Augen fielen ihm zu, doch er schlug sie direkt wieder auf. Er würde den Teufel tun und einfach einschlafen. Das wäre nun wirklich unhöflich. Ein Schatten huschte über sein Gesicht, als ihm bewusst wurde, dass Fiyera eine ganze Menge über ihn erfahren hatte. In Gedanken zuckte er mit den Schultern. Und wenn schon? Er konnte es nicht mehr verbergen.
"Sie waren im Krankenhaus," begann die junge Frau und ließ sich ganz auf dem Boden nieder. Sie erkannte sehr wohl, dass ihr Gegenüber müde war, dennoch musste sie diese eine Frage noch stellen.
"Was haben die Ärzte getan, als sie mit solch ungewöhnlichen Symptomen eingeliefert worden sind? "Sie betrachtete nun genau jede Regung Xanders. "Und sind Sie sich sicher, dass die Medikamente wirklich nur das machen, was Ihnen versprochen wurde?"
Xander blinzelte müde, es fiel ihm schwer die Erschöpfung beiseite zu schieben und sich auf Fiyera zu konzentrieren.
"Ich erinnere mich nicht mehr genau. Aber die meisten Medikamente haben nichts bewirkt oder es noch schlimmer gemacht. Einzig die für Menschen mit einer gespaltenen Persönlichkeit haben angeschlagen." Ihm fielen die Augen zu, er blinzelte. "Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkung..."
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