Tuesday, July 29, 2008

Fiyera und Xander - Part 9

Wieder spürte die junge Frau ein seltsames Ziehen an ihrem Innersten und wie auch vorher schüttelte sie diesen Gedanken ab. Lange sah sie Xander an, dann nickte sie langsam. Ja, sie konnte es versuchen. Leicht wiegte sie den Kopf hin und her, dann warf sie einen Blick nach draußen. Die Hand auf ihrer Schulter beruhigte sie tatsächlich ein wenig.
„"Wo fahren wi..."“ Mitten im Satz wurde sie von dem Klingeln ihres Handys unterbrochen. „"Verzeihung“;" murmelte sie und holte das Telefon heraus.
Kurz runzelte sie die Stirn, als sie die Nummer auf dem Display erkannte, klappte sie das Handy auf. „"Ja?“", meinte sie und war dann still. Ihre Gesichtsfarbe jedoch wurde erst grün, dann schlagartig weiß.
Xander sah sie sehr besorgt an. Irgendetwas war grundlegend nicht in Ordnung.
"Was ist passiert?", fragte er leise.

Fiyera schüttelte kurz ihren Kopf, dann hörte sie weiter zu. Schließlich klappte sie das Handy wieder zusammen. Ernst sah sie Xander an. "„Ich muss weg“", meinte sie schwach, ein Zittern lag in ihrer Stimme.

Lou hob leicht den Kopf, in seinen Augen blitzte es.
'Ruhig.', ermahnte Xander den anderen. Dann sah er Fiyera an. "Wir bringen Dich zurcük. Irgendwie..."
Da schwang etwas in seiner Stimme mit, dass vermuten lies, dass dies nicht sehr einfach war. Lou fauchte ihn in Gedanken an.
'Ruhig.' Xander sah ihn strafend an.

Langsam nickte die junge Frau. „"Nathe“;" murmelte sie leise und schloss die Augen. Die wenigen Sachen, die der andere ihr gerade über das Telefon mitgeteilt hatte, ließ vermuten, dass ihre Bemühungen vom vorigen Abend wohl nicht ganz ohne Spuren vonstatten gegangen waren. Innerlich fluchte sie. Sie musste den anderen irgendwie unterstützen.
Nachdenklich schlug sie ihre Lider wieder auf. „"Ich muss möglichst schnell zu Fifth Avenue Ecke Palace.“"

"Lou? Bekommen wir das hin?" fragte Xander ruhig.
"Nein." entgegnete Lou angespannt. "Ausser..." 'du würdest sie reiten lassen, groß genug bist du ja...'
'Was?' Xander sah Lou ungläubig an.
"Ich kann an der nächsten Biege halten, dort führt eine Treppe nach oben. Mit etwas Glück dürftet ihr einen Transport zurück erwischen." meinte Lou.

Fiyera schloss wieder die Augen, als Lou verneinte, dann jedoch atmete sie tief ein und aus. "„Ich mache euch nur Probleme. Xander..."“ Dabei sah die junge Frau den anderen direkt an. Mit einem Mal klang keine Angst und Sorge mehr in ihrer Stimme, bloß berechnende Kühle. Auch aus ihrem Gesicht waren jegliche Emotionen verschwunden. „"Verzeiht.“"

"Wofür denn?" Xander legte den Kopf schief und musterte sie fragend. "Gestern hab ja wohl eher ich dir Probleme gemacht..."
Lou fuhr langsamer. "Raus jetzt."
Das Dach des Autos öffnete sich und Fiyera wie auch Xander wurden sanft rausgeschleudert. Xander landete fauchend auf den Pfoten.

Fiyera entkam ein leiser Schrei der Überraschung, dann fing sie sich und landete elegant auf dem Boden, abgefedert mit den Beinen. Kurz schüttelte sie sich und sah dem Wagen hinterher.
„"Was?“," murmelte sie etwas verwirrt und wandte sich zu Xander um. Dieser hatte sich wieder in einen Panther verwandelt. Leicht nickte sie ihm zu. "„Wir sollten nach oben, so wie ich glaube, hat er Nathans Versteck gefunden."

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Saturday, July 19, 2008

Fiyera und Xander - Part 8

Fiyera wartete gerade zwei Minuten an dem Markttempel, als das Taxi vorfuhr. Einige Gläubigen blickten zwar empört, als das Fahrzeug neben ihrer heiligsten Stätte anhielt, doch diese ignorierte die junge Frau.
Die Lenen waren fast immer auf Streit aus und was immer man tat, wer nicht ihrer Meinung wahr, würde im ewigen Nichts seine Zukunft fristen.
„"Wenn man den stirbt und nicht einfach den Geist aufgibt“", murmelte Fiyera bitter und fuhr sich über das Gesicht. Etwas missmutig betrachtete sie ihr Spiegelbild in der Fensterscheibe. Blaue Augen, blondes Haare, feine Gesichtszüge.
„Mehr braucht es nicht um sie alle zu täuschen.

Xander erreichte nach einige Minuten Fahrt das Rockiays. Er hielt davor an und stieg aus. Einer der Bediensteten trat auf ihn zu und Xander gab ihm den Schlüssel. Während sein Wagen weggebracht wurde, betrat Xander das Rockiays.
Lou begrüßte ihn. "Schön Dich mal wieder zusehen Xander."
Die beiden gaben sich die Hände, ehe sie sich kurz umarmten. Lou klopfte Xander auf den Rücken. "Komm, ich bring Dich in Eure Räumlichkeiten."
"Sag mal Lou, ich weiß dass es hier immer ruhig ist, aber ist heute etwas Besonderes?" Xander sah sich um und ihn beschlich das Gefühl, in irgendetwas hineingeraten zu sein.
Lou lachte leise. "Nun, Du weißt wie wir hier arbeiten Xander. Wir kombinieren die Wünsche unserer Gäste..."
"Das hat nicht durch Zufall etwas mit Fiyera zu tun?" Xander musterte Lou aufmerksam.
"Wer weiß...", meinte dieser nur.

Fiyera kam kurze Zeit nach Xander beim Rockiays an. Schnell bezahlte sie den Taxifahrer, dann schritt sie zur Tür. Ihre dunkle Stimmung war verflogen, zumindest äußerlich.
Mit sicherem Schritt betrat die junge Frau das Lokal und blickte sich um.

Xander seufzte leise, dann hob er den Kopf. "Lou, sie ist da."
Lou lächelte und bedeutete Xander an Ort und Stelle zu warten. Dann eilte er zum Eingang zurück.
"Sie müssen Fiyera sein.", begrüßte er sie lächelnd, neigte den Kopf und machte eine einladende Geste. "Xander ist schon da und hat jede Menge Fragen..."

„"Ich danke Ihnen," gab Fiyera zurück und nickte dem Mann zu, bevor sie sich umsah und Xander entdeckte. Lächelnd schritt sie auf ihn zu,
„"Guten Morgen, Xander“," meinte sie leise und nickte ihm zu. „"Sie haben einen guten Geschmack, was Frühstückslokalitäten angeht.“"

Xander lächelte leicht und sah Fiyera erfreut an. Natürlich hatte er nicht dort gewartet, wie Lou ihn gebeten hatte.
"Danke Fiyera." Er grinste ein wenig verlegen.
"Wenn Ihr mir dann folgen würdet?" Lou hatte sich in die Richtung gewandt, in welche er Xander schon mal geführt hatte.

Fiyera lachte leise und folgte Xander schweigend. Kurz blickte sie dann zu Lou, der die beiden führte und wandte dann ihren Blick dem Raum zu. Zufrieden nickte sie.
Überall konnte sie die Hinweise erkennen, dass der Besitzer sich ihre eMail durchgelesen hatte, eine Sache, die sie sich merken sollte.
‚Und Nathan mitteilen sollte.’

Xander kannte das Rockiays so ziemlich auswendig und langsam wurde ihm etwas mulmig zu Mute. Es war immer angenehm und entspannt, aber es war noch nie so leer gewesen.
"Fiyera, was genau haben Sie vorgeschlagen?" wandte er sich fragend an sie.

Die junge Frau schüttelte den Kopf. „"Ich habe gar nichts vorgeschlagen," gab sie zurück und wandte sich wieder Xander zu. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie unvorsichtig geworden war. Vermutlich war nun sie es, die Fragen beantworten musste, etwas, was ihr gar nicht behagte.
‚'Warum sollte er dann noch mit mir etwas unternehmen?’,' fragte sie sich. ‚Blonde Haare und blaue Augen werden ihn dann nicht mehr täuschen können’

"Hmmm..." Xander schwieg nachdenklich und blieb abrupt stehen, als Lou die Tür zu einem Raum öffnete. Trotzdem sie nur eine Stunde Zeit gehabt hatten, hatten sich die Bediensteten des Rockiays selbst übertroffen - wieder einmal.
"Wow...", murmelte er leise, während Lou in den Raum trat und Fiyera und Xander einlud ihm zu folgen.
"Ich hoffe es entspricht ihren Wünschen.", meinte er lächelnd und zwinkerte Fiyera zu, während Xander noch etwas Sprachlos den Raum betrat.

Fast unmerklich nickte Fiyera und spürte, wie sie sich entspannte. Es war unwahrscheinlich, dass sie hier beobachtet oder belauscht wurden. Langsam wandte sie sich zu Lou um, warf jedoch noch einen Blick auf Xander. Es war unvermeidlich, dass sie diesem einige Informationen geben musste.
Ein kurzes zustimmendes Nicken zu dem Mann folgte, dann trat sie zu Xander. "Kommen Sie," meinte sie leise und sah ihn ernst an.

Xander folgte ihr und sah sich immer noch staunend um. Er war sich nicht sicher, dass er noch im Rockiays war. Würden nicht hier und dort die strahlend weiße Wände des Hauses durchblitzen, er könnte meinen, wieder daheim zu sein. Ein schmerzhafter Stich durchzuckte ihn. Wie konnte es sein, dass diese Frau ihn nur einen Tag kannte und so genau wusste, wonach er sich sehnte, während er es so tief in sich weggeschlossen hatte, dass er es nicht einmal mehr selbst wusste.
"Danke," murmelte er leise und blinzelte leicht, als seine Sicht verschwamm.

Fiyera schüttelte sachte den Kopf und griff nach seinem Arm. "Kommen Sie," meinte sie sanft und führte ihn zu einem Sitzplatz. Kurz sah sie Lou an und nickte diesem kurz zu, bevor sie Xander sanft aber bestimmt auf einen Stuhl drückte.
„"Ich hoffe, es gefällt Ihnen."“ Woher sie die Informationen hatte, wollte sie nicht sagen. Noch nicht.

Lou zog sich schmunzelnd zurück. Vielleicht hatte Xander ja endlich Glück. Er wünschte es diesem jungen Mann von Herzen. Auch, wenn Lou kaum älter war, so hatte er doch schon ein viel erfüllteres Leben, als die meisten ahnten.

Xander überließ sich für einen Moment den Gefühlen, die auf ihn einstürmten. Dann atmete er tief aus und ein, im gleichen Moment war es als würde er eine Mauer hochziehen und tausende Türen schließen.
"Es ist wundervoll. Danke Fiyera." Seine Stimme klang ruhig und gelassen, andere hätten gesagt kalt.

Fiyera nickte langsam und ließ sich auf einem Stuhl ihm gegenüber nieder. Lange blickte sie ihn an. Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus und die junge Frau biss sich auf die Unterlippe. Hatte sie es übertrieben.
Dann schüttelte sie ihren Kopf und blickte sich wieder um.

Xander maß den Raum mit einem Blick, der alles in sich aufnahm. Es dauerte, bis er diesen Schock verarbeitet hatte. So sehr es ihn freute, dass Fiyera ihm dieses Geschenk machte, so sehr regte sich auch sein Misstrauen. Er zwang sich ruhig zu atmen und seinen Geist zu beruhigen.
"Es ist wirklich schön hier, nur sehe ich unser Frühstück nirgendwo..." Sein Magen knurrte.

„"Es wird gleich kommen“," gab die junge Frau zur Antwort und lehnte sich etwas vor. „"Es war alles wohl etwas kurzfristig."“ Sie schenkte Xander einen nachdenklichen Blick und schüttelte dann den Kopf.
„"Ich habe wohl übertrieben. Nun ist es anscheinend an Ihnen Fragen zu stellen, doch bedenken Sie, es herrscht Sec Prot 3 in der gesamten Straße. Es ist nicht so, dass ich Ihnen misstraue, nur ich hänge doch sehr an meiner Freiheit.“"

"Warum?" Xander stellte keine wirkliche Frage, es klang bitter enttäuscht. "Was wollen Sie von mir Fiyera?"
Von einem Moment auf den nächsten wirkte Xander müde und erschöpft. Er hatte wirklich geglaubt, sie hätte es wegen ihm, wegen Xander getan. Aber anscheinend wusste sie sehr genau was er machte, wenn er nicht in wohltätigen Gremien arbeitete. Die er letztlich nur als Deckung benutzte.
Und gestern im Club, war es Zufall gewesen oder die ersehnte Möglichkeit endlich an ihn ranzukommen.
'Du hast sie angesprochen und mitgenommen. Nicht umgekehrt. Sie hatte nicht vor mit zu Dir nach Hause zu kommen.' meldete sich eine Stimme aus seinem Unterbewusstsein.

„"Von Ihnen will ich nichts, Xander“," meinte sie leise. "„Im Gegenteil, ich mag Sie und wenn es anders wäre, hätte ich mich nicht heute Morgen bei Ihnen gemeldet.“" Sie schüttelte den Kopf.
"„Es ist nur, dass ich aufgrund einiger Sachen besonders vorsichtig sein muss, Dinge, mit denen Sie nichts zu schaffen haben. Ich gebe zu, ich habe Ihre Informationen aus dem Net, aber das beinhaltet nur normale Vorsichtsmaßnahmen. Von Ihnen will ich nichts, im gewissen Sinne versuche ich die gleichen Leute zu meiden, wie Sie es auch tun.“"

"Die selben Leute meiden, wie ich?" Er runzelte die Stirn. Xander war sich nicht sicher, wie sie das meinte, aber etwas anderes lenkte ihn ab, ehe er dem Gedanken folgen konnte. Er strengte sich an und dann endlich konnte er die Worte hören.
"Fiyera, warten Sie hier." Er stand auf und stürmte aus dem Raum. Einige Schritte den Gang runter traf er auf Lou, der mit einem Herren am Diskutieren war und sehr geschickt den Weg zu dem Zimmer versperrte in dem Fiyera nun allein war.
"LOU!" Xander legte jeden Zorn hinein, den er finden konnte. Lou zuckte zusammen, warf dem Mann vor sich einen wütenden Blick zu und wandte sich dann zu Xander um.
"Warum dauert das solange, ich bin anderes gewohnt!" donnerte Xander.
"Verzeihen Sie Xander. Ich bin aufgehalten wor..." Weiter kam Lou nicht.
"Dann schicken Sie jemand anderen. Ich komme selten hierher und wenn ich hier bin, erwarte ich das Beste, sowie die Einhaltung der Secs!", fauchte Xander. Dann wandte er sich dem Mann zu, der immer noch versuchte an Lou vorbeizukommen.
"Ich kann mich nicht daran erinnern SIE eingeladen zu haben, Abgeordneter!"
Der Angesprochene sah Xander verwirrt an. So kannte er Xander Leonardis nicht. Dann wurde ihm langsam bewusst, was dieser gesagt hatte.
"Aber..." setzte der Abgeordnete an.
"Ich hab für heute Sec Prot 3 gewählt. Ich will nicht gestört werden.", fauchte Xander aufgebracht. "Muss ich mich erst umbringen, damit ich meine RUHE habe?!?"
Der Abgeordnete schüttelte den Kopf und zog sich hastig zurück. Als nach einigen Momenten die Außentür hinter dem Abgeordneten ins Schloss fiel, sackte Xander in sich zusammen. Lou konnte ihn grade noch auffangen.
"Xander, das war eine verdammt gute Show. Fiyera wartet auf Dich, komm schon." Lou schüttelte den jungen Mann sacht. Doch Xander reagierte nicht. Seufzend nahm Lou ihn auf die Arme und brachte ihn zu Fiyera. Dort legte er ihn auf eine der Liegen.
"Schauen Sie bitte eben nach ihm Fiyera, ich bin gleich zurück."

Fiyera sah Lou an, dann Xander. Leise fluchte sie, dann erhob sie sich eilig und trat zu dem Bewusstlosen.
„"Was ist passiert?“," fragte sie noch, doch da war Lou schon aus dem Zimmer und der jungen Frau blieben nur Spekulationen. Kurz sah sie sich um, bevor sie ihm eine Hand auf die Stirn legte. Ein kurzes Seufzen entkam ihr. "„Xander, wachen Sie auf, kommen Sie“," meinte sie leise und griff nach seiner Hand, worauf sie sich konzentrierte und ein kurzer, nicht schädlicher Stromstoß durch seinen Körper jagte.

Xander reagierte auf den Impuls und schlug die Augen auf. Sie waren tiefschwarz, ein Fauchen entwich ihm. Dann wurde das Schwarz von Meeresgrün abgelöst und ein wacher Ausdruck trat in seine Augen.
"Fiyera? Sagte ich nicht sie sollten warten?", murmelte Xander und wollte sich aufsetzen. Sank jedoch mit einem leichten Stöhnen zurück. Dann war die fehlende Erinnerung wieder da. Xanders Augen blitzten wütend auf.
"Dieser Mistkerl, wofür haben wir Secs, wenn er sich nicht daran hält. Das wird ihm eine Lehre sein.", murmelte Xander.
Lou tauchte in eben dem Augenblick auf, als Xander nochmal versuchte aufzustehen.
"Xander bleib liegen!"

Fiyera schüttelte den Kopf. "„Lou hat Sie zu mir gebracht“," meinte sie leise und wandte den Kopf ab. "„Verzeihen Sie, ich wollte Sie nicht täuschen, es ist nur..."“ Mitten im Satz brach sie ab. Was wenn der andere gar nicht realisiert hatte, was sie soeben getan hatte?
Damit schwieg sie einen Moment und betrachtete Lou einen Moment. „"Ich werde mich um ihn kümmern, bringen Sie bitte das Frühstück und gehen Sie auf Prot 4 hoch. Das Geld für den Aufwand werden Sie bereits auf dem Konto vorfinden.“"

Lou nickte. "Gewiss Fiyera. Und du tust verdammt nochmal das, was ich sage Xander. Bleib liegen." Damit drückte ihn der Bedienstete wieder auf die Liege. Sein Blick ruhte solange auf Xander bis dieser schließlich nachgab. "Gut." Lou lächelte entwaffnend. "Immer noch Hunger?" Er lachte leise, als er Xanders Blick sah. Lou's Junge hatten auch so geschaut, wenn sie etwas angestellt hatten.
'Nur das er erwachsen und verdammt wichtig ist. Wie lange will er denn noch davon laufen?' Lou seufzte in Gedanken. Dann verschwand er und ließ Fiyera und Xander allein um das Frühstück zu holen.

Fiyera betrachtete Xander lange. "Mögen Sie mir erzählen was passiert ist? Und wenn Sie Fragen haben ist nun wohl die rechte Zeit dazu."“

"Ich habe einen Abgeordneten raus geworfen," meinte Xander lakonisch.
"Und Dich dabei ein wenig zu sehr aufgeregt." ergänzte Lou der gerade mit dem Frühstück kam.
"Ja, habe ich wohl," brummte Xander. Dann blitzte es in seinen Augen auf. Lou lachte.
"Untersteh Dich Xander. Sonst muss ich Dich erziehen."
"Was meinst Du?" Xander sah Lou unschuldig an.
"Xander hör auf. Das ist unhöflich gegenüber Fiyera."
Ein leises Maunzen entschlüpfte Xander als er Lou treu lieb ansah. Glücklicherweise hatte dieser das Frühstück schon abgestellt und konnte sich abfangen, als er einen Lachanfall bekam.

Sofort saß Fiyera aufrecht. „"Einen Abgeordneten von was?"“ Ihre Stimme klang alarmiert und sie sah Lou kurz an. Den Mann konnte sie nicht einsortieren und dementsprechend misstrauisch war sie ihm gegenüber.
Die Interaktion zwischen den beiden war ebenfalls äußerst merkwürdig. Kurz schloss sie ihre Augen und als sie diese wieder öffnete, waren ihre blauen Iriden verschwunden. Vielmehr waren sie nun von einem unnatürlichen Rot, das fast schon zu leuchten schien. Für den Bruchteil einer Sekunde sah sie damit Lou an, dann schloss sie ihre Lider wieder und im nächsten Moment war alles wieder wie vorher, wie als wäre das nur ein Spuk gewesen.

Lou hatte davon nichts mitbekommen, ebenso wenig Xander.
"Bitte entschuldigen Sie Fiyera. Aber manchmal geht Xander wohl der Panther durch." Dann wandte Lou sich wieder an Xander. "Ihr habt einiges zu besprechen. Wenn etwas ist, Du weißt wie Du mich erreichst."
Xander wartete bis Lou verschwunden war. In seinen Augen blitzte es immer wieder schwarz auf.
"Nicht erschrecken Fiyera.", murmelte er und griff nach ihrer Hand. Dann begannen seine Konturen zu verschwimmen und vor ihr lag ein ausgewachsener Panther auf der Liege. Der nun Anstalten machte seinen Kopf vertrauensvoll auf ihren Schoss zu legen.

Fiyera beobachtete dieses schweigend. Keine Regung zeigte sich auf ihrem Gesicht, doch dann lächelte sie auf einmal, wenngleich es etwas bitter schien.
„"Danke“," meinte sie leise, „"Doch ich denke, jetzt es an Ihnen, zu erfahren, dass ich ihnen vertraue.“" Dieser Vertrauensbeweis hatte ihre Entscheidung endgültig gemacht. „"Ich bezweifle, dass Sie danach noch mit mir sprechen wollen.“" Die junge Frau hob den Blick und starrte ins Nichts.
„"Achten Sie auf das Licht"“ Damit konzentrierte sie sich und schon Augenblicke später wurde es in dem Raum dunkel, schließlich wieder hell.

Der Panther legte den Kopf schief, fauchte leise und legte den Kopf in ihren Schoss. Sacht stupste er ihre Hände an.

Fiyera seufzte und schüttelte den Kopf. Irgendwie bezweifelte sie, dass der andere verstand. „"Sie haben sicher die Werbung für die 4.67er gesehen, auch unter Cyrites bekannt..."

Xander knurrte leise und seine Umrisse begannen zu verschwimmen. Sekunden später “lag er wieder in seiner menschlichen Form vor ihr.
"Ja, das habe ich in der Tat." Seine Stimme klang rau und verriet soviel von dem dass er fühlte. "Und weiter?" Er stellte mit Absicht auf stur, als würde dies nichts bedeuten.

„"Hergestellt wurden diese... Maschinen unter dem wachsamen Auge Professor Nixes, dafür gedacht, den späteren Besitzern all das zu erfüllen, was sie sich sonst nie erfüllen können, sei es von einfacher Hausarbeit zu weitaus spezielleren Wünschen.“" Fiyera schwieg und schüttelte dann den Kopf.
"„Nate und ich entkamen durch einen dummen Zufall, indem wir uns für Mitarbeiter ausgaben.“" Lange sah sie Xander an. „"Ich bin nicht viel anderes als ein Cyrite, doch..." Sie unterbrach sich und sah zum Fenster. Ihre Stimme war zum Schluss immer leiser geworden.

Xander setzte sich sehr langsam auf, in jeder Bewegung steckte soviel Vorsicht, als wäre er noch nicht sicher, wie viel Kraft er wieder hatte.
"Fiyera. Egal was war. Du bist nicht allein und ich glaube nicht, dass Nixes Dich wieder in die Hände bekommt." Während er sich mit der einen Hand abstütze, griff er mit der freien nach Fiyera.

Lange sah sie Xander an, dann schüttelte sie langsam ihren Kopf. „"Ich bin eine Maschine, ein Roboter, allein die Haare und die Augen reichen um alle zu täuschen." Die junge Frau klang fast schon verzweifelt, erwiderte aber dennoch den Händedruck Xanders.
„"Das Schlimmste sind die Erinnerungen."“

Die Verzweifelung, die sie ausstrahlte, brachte den Panther zum rasen. Er kratzte an den Schranken, die Xander hochgezogen hatte, weil er sich mit Fiyera unterhalten wollte.
"Maschinen funktionieren, aber sie leben nicht Fiyera." entgegnete Xander sanft und drückte ihre Hand. "Welche Erinnerungen quälen Dich?" fuhr er mit ruhiger Stimme fort.

„"Ich weiß, dass ich nicht lebe, aber es ist mein größter Wunsch, einst zu leben.“" Die junge Frau schüttelte den Kopf. „"Ich sollte dich damit wirklich nicht belästigen, es sind Gedanken, die mir nur gekommen sind. Aber wenn du es wirklich wissen möchtest... Erinnerungen, die Nixes uns gab, Erinnerungen über etwas, das ihr wohl Kindheit nennt. Wir sollten möglichst menschlich sein, deswegen gab man sie uns."

Xander hatte Mühe den Panther unter Kontrolle zu halten.
"Fiyera, ich weiß nicht was er Euch gesagt hat, was er getan hat. Aber Du lebst. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wärst du nur eine Maschine würdest Du einen derart metallenen Geruch haben, dass ich nicht in Deine unmittelbare Nähe kommen könnte." Die Worte waren Xander entschlüpft, ehe er darüber nachdenken konnte.

Fiyera sah Xander lange an, dann nahm sie ein Messer vom Tisch und setzte es an ihrem Unterarm an. Mit einem kräftigen Druck zog sie es über die Haut. Blut strömte hervor, doch sie störte sich nicht daran. Vielmehr legte sie schließlich das Messer wieder beiseite und zog die Haut auseinander. Metall kam darunter zum Vorschein.
„"Und was ist dann das?“," meinte sie leise.

"Der Grund warum er Euch kontrollieren kann." Xanders Sinne rebellierten gegen den Blutgeruch. Ein Grollen stieg seine Kehle hoch. 'Wer hatte es gewagt, ihr das anzutun?' Seine Augen blitzten schwarz auf. Wenn das so weiter ging, würde sein Panther durchbrechen und jeden angreifen, der ihr auch nur zu nah kam.
'LOU!' schrie Xander in Gedanken.

„"Du bist also wirklich der Meinung?“", meinte sie leise und legte den Kopf schief. "„Ich... Die Erinnerungen meiner ‚Kindheit’ sind die, dass Nixes mein Vater war..."

"Dafür gibt es mehrere wirkungsvolle Methoden, als sie nur zu programmieren. Und Nixes ist einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet." Xander schüttelte sich. Ihm war mit einem Mal kalt. Dann legte er eine Hand auf ihre Wunde, fühlte das Blut und spürte wie sich die Öffnung langsam schloss.
"Ich möchte Dir etwas zeigen, aber dafür müssen wir gehen. Lou wird uns begleiten. Er ist der Einzige, der Dich beschützen kann..." Xander spürte den anderen nahen.
'Warte noch einen Moment Lou.' Die Präsenz des anderen blieb wo sie war.
"Fiyera, vertraust Du mir?"

Lange sah Fiyera den anderen an. Sie war jetzt schon so weit gegangen.
So nickte sie langsam. „"Ja, ich vertraue dir,"; meinte sie dann schließlich und blickte Xander wieder an.

"Dann komm." Er lächelte. "Lou wartet schon auf uns."
'Bist Du Dir sicher Xander?!?' entgegnete Lou in Gedanken.
'Ja!', antwortete Xander auf die gleiche Weise.

„"Gut."“ Damit erhob Fiyera sich langsam. Wenn der andere wirklich zu den Ashranti oder Nixes Untergebenen gehörte, dann war es jetzt auf jeden Fall zu spät.
„"Geh vor, ich folge."

"Keine Angst, ich werde Dich nicht an sie verraten Fiyera. Du gehörst zum Rudel." beruhigte Xander sie. Er konnte ihre Unsicherheit und Furcht spüren, ebenso wie er Lou's Gedanken spürte, die in eine Richtung gingen, in der sie eindeutig nichts verloren hatten.
"LOU!", aufgebracht sah Xander den anderen an, als er durch die Tür trat.
"Entschuldige Xander, kommt nicht wieder vor. Wobei..." Lou grinste anzüglich und Xander wurde vor Verlegenheit rot.
'Er kann richtig knuffig sein, nicht wahr Fiyera.' sandte Lou ihr.

Ein sonderbares Gefühl beschlich die junge Frau mit einem Male, dann schüttelte sie ihren Kopf und blickte Xander an. „"Was wolltest du mir zeigen, Xander?" Ihre Stimme klang leise, als sie den beiden folgte. Lou musterte sie immer wieder, das wenige, was sie aus seinem BodyScan hatte erfahren können war sonderbar gewesen.

"Das erkläre ich Dir unterwegs." Xander sah Lou kurz an und dieser übernahm die Führung. Es ging tief in das Gebäude hinein und schließlich erreichten sie die Treppe in eine andere Welt. In die Welt unter der Oberfläche.
Sie waren lange unterwegs und hatten viele Ebenen passiert, als sie schließlich auf einer ankamen, auf der ein Wagen wartete.
"Steigt ein." forderte Lou sie auf. Xander nickte und sah Fiyera an.

Fiyera war den anderen schweigend gefolgt, als die beiden Männer vor einem Wagen warteten. Lange sah sie das Fahrzeug an, dann Xander und Lou und mit einem schroffen Nicken, öffnete sie sich eine Tür und setzte sich in das Fahrzeug. Ihre Gedanken hielt sie bei sich, fragte sich aber mittlerweile wirklich, wohin die anderen beiden mit ihr fahren würden.
Ein leichtes Zittern überlief sie. Was, wenn Nixes hier irgendwo wartete? Zwar traute sie den anderen, aber Nathan hatte ihr eingetrichtert, gerade dies nicht zu tun.

Xander setzte sich neben sie und legte ihr eine Hand auf die Schulter.
"Keine Angst." Er lächelte. 'Du brauchst wirklich keine Angst haben Fiyera. Ich weiß dass Du mich spüren kannst, auch wenn Du mich vielleicht noch nicht hörst.'
Lou setzte sich hinter das Steuer und fuhr los.

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Friday, July 18, 2008

Fiyera und Xander - Part 7

Fiyera schüttelte energisch den Kopf. Er verstand nicht, natürlich nicht. Missmutig schürzte sie die Lippen und betrachtete Xander nachdenklich. „"Ja, das ist wahr," meinte sie ausweichend und erhob sich langsam wieder.
Die letzte Frage war sehr unbefriedigend gewesen und so seufzte sie innerlich. "„Ich denke, ich lasse Sie dann einmal schlafen. Vielen dank dennoch für den Abend.“"
Ihre Stimme klang etwas kühl und gleichzeitig lag Sorge darin. „"Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht."

Xander sah sie an, dann verschwamm sie vor seinem Gesicht. "Schlaf gut Fiyera, Nés qa me." Die Erschöpfung hatte Xander in Morpheus Reich mitgenommen und gönnte seinem Geist, seinen Sinnen und seinem Körper die Erholung, die er brauchte.

Noch einmal wandte sich Fiyera an der Tür aus dem Wohnzimmer um und seufzte leise. Anstatt dass das Gespräch ihre Sorge verringert hatte, war sie nun wieder größer geworden. Außerdem musste sie endlich Nathan helfen.
Mit diesem Gedanken schritt sie aus dem Haus und rief sich ein Taxi.
„"Zum Markttempel bitte“," gab sie dem Fahrer zu verstehen, sobald das Gefährt neben ihr gehalten hatte. Von diesem Platz aus waren es nur noch zehn Minuten Fußmarsch bis zu ihrer Wohnung.

Nachdem sie noch lange wach gewesen war, um sich um einige Dinge zu kümmern, war Fiyera erst gegen Morgengrauen ins Bett gekommen. Gegen Mittag jedoch wurde sie dann von dem schrille Klingeln ihres Telefons geweckt.
Sofort saß die junge Frau kerzengerade im Bett und angelte nach dem Hörer.
„"Ja?“," fragte sie misstrauisch in die Ohrmuschel.
„"Fire?"“ Nathans Stimme. Sogleich atmete die junge Frau auf.
„"Ja?“," gab sie zurück. Es tat gut die Stimme des anderen zu hören. „"Hat alles geklappt?“"
„"Danke, Fire, ja, hat es. Sonst wäre ich jetzt schon..."“ Die Stimme des anderen klang schwach aber erleichtert.
„"Ja, ich weiß. Ist alles nach Plan verlaufen?“"
„"Ja, du hast dich wieder einmal selber übertroffen, meine kleine Schülerin.“"
Fiyera lachte leise. "„Gut, dann sollten wir uns jetzt erst einmal nicht treffen... falls sie doch etwas gemerkt haben. Melde dich, wenn du Hilfe brauchst.“"
Damit legte die junge Frau auf und ließ sich nach hinten fallen. Wenigstens hatten ihre Bemühungen gewirkt.

Xander schlief, er wusste dass er träumte, aber er konnte nichts dagegen tun. Sein Gegenüber sah ihn an, blinzelte und verschwand. Zurück blieb eine große dunkle schwarze Katze, die ihn herausfordernd an maunzte. Dann schlug sie mit ihren Krallen nach ihm und hinterließ tiefe Kratzer in seinem Arm, den er erschrocken hoch gerissen hatte. Spöttisch blinzelte sie und jagte davon. Erstarrt sah er ihr nach, dann blickte er auf seinen Arm. Um die Kratzer herum begann es sich zu verfärben. Es sah aus als hätte sich Tinte in seine Haut geschlichen. Die dunkle Färbung begann sich noch weiter auszubreiten. Xander schrie, er wollte wegrennen doch er war wie gelähmt. Und gleichzeitig flüsterte etwas in seinem Geist, es sei ja nur ein Traum. Die Schwärze bedeckte langsam seinen Körper. Und dann begann es.
Er löste sich auf, es fühlte sich an als zöge ihm jemand die Haut vom Körper. Xander schrie immer noch. Die Veränderungen zerbrachen seine Knochen und formten ihn neu. Tränen liefen über sein Gesicht und er zitterte am ganzen Körper. Schließlich war es zu Ende. Xander fauchte und jagte der Katze hinterher. Jagte ihr aus der Stadt nach, weiter, immer weiter, bis er im Süden war. Schließlich hatte sie sich verschätzt und er trieb sie in die Enge. Als er sie mit seinen Krallen auf den Boden pinnte, zerriss die Gestalt der Katze. Unter Xander lag eine Frau, die ihn spöttisch ansah. Aber er war nicht sicher, dass er sie kannte. Dann lachte sie leise und legte eine Hand in seinen Nacken. Sacht begann sie ihn zu kraulen, er schnurrte leise und rollte sich neben ihr zusammen. Dann spürte er Gefahr und wollte aufspringen, doch es war zu spät. Das Messer steckte schon in seinem Hals.

Xander wachte mit einem weiteren Schrei auf. Er war schweißgebadet und fühlte sich erschöpft. Was war nur los mit ihm.

Fiyera seufzte leise und schielte zum Telefon. Die letzten Minuten hatte es nicht geklingelt, also war wohl alles noch in Ordnung. „Ich sollte einkaufen“, überlegte sie und richtete sich wieder auf.
Seufzend strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht und tapste barfuß ins Bad, wo sie sich erst einmal ausgiebig duschte. Hinterher betrachtete sie ihre Gestalt in dem kleinen Spiegel über dem Waschbecken.
„Wieder mal steckst du in Schwierigkeiten, Fire“, meinte sie zu sich und legte eine Hand an die silbrige Oberfläche. Warum waren sie gestern nur in den Club gegangen, wo sie doch alle um die verschärften Kontrollen wussten.
Genervt seufzte sie und fluchte im inneren über die ganzen Drogenkonsumenten, die Razzien überhaupt notwendig machten.
„"Warum schmeißen die ihr Leben nur so weg“," murmelte sie und strich sich durch die Haare.
Schließlich schüttelte sie ihren Kopf und zog sich einen dünnen Morgenmantel über, bevor sie zu ihrem Rechner ging. Jetzt war es wichtig, ein normales Leben weiter aufrecht zu erhalten.
Wenige Minuten später, erhob sie sich aus dem Sessel vor ihrem Schreibtisch und nahm sich den Hörer des Telefons, das noch immer auf dem Bett lag.
Ein Blick auf die Notiz, die sie sich geschrieben hatte, dann wählte sie eine Nummer. Xander, so sonderbar er auch war, konnte eine gute Ablenkung sein. Vor allem, da er womöglich selber unter Beobachtung stand, konnte das die Ashranti von ihrer Spur ablenken.

Kaum das er wirklich wach war, klingelte sein Telefon. Noch nicht so ganz sicher auf den Beinen, stand er von der Couch auf. Er grübelte wer ihn um diese Zeit wohl anrief, die wenigsten wussten, dass er im Telefonbuch stand. Und kaum einer hätte ihn nur unter seinem Vornamen gesucht. Schließlich hob er ab.
"Ja?"

„"Xander?“," meldete sich Fiyera und ließ sich auf ihr Bett sinken. „"Ich... weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern? Ich wollte fragen, wie es Ihnen heute morgen geht?“"
Die junge Frau grinste. Einerseits war es unfair dem anderen gegenüber, aber andererseits mochte sie ihn irgendwie auch.
"„Ich meine, gestern Abend waren Sie ziemlich fertig mit der Welt und deswegen..."

"Gut soweit." Er lachte leise, doch verbarg es nicht, dass er einen Alptraum gehabt hatte. "Es scheint, dass es noch Leute gibt, die lesen können." konnte er sich einen Kommentar nicht verkneifen. "Haben Sie heute schon etwas vor?"

„"Mh, wie sie sich anhören, hatten Sie eine schreckliche Nacht“," gab Fiyera zurück und musste grinsen. Ihre war zwar nicht schlimm gewesen, doch viel zu kurz.
"„Lesen? Natürlich kann ich lesen“," gab sie dann zurück. Auf was er das wohl bezog? „"Und nein, heute habe ich noch nichts vor.“"

"Treffen wir uns zu einem Frühstück? Ich bin grad erst wach geworden. Nachdem ich ein nettes Ende im Traum gefunden habe." meinte er trocken. "Ich würde Sie gern im 'Rockiays' treffen."

„"Albtraum, was?“" Fiyera seufzte und überlegte kurz. Das ‚Rockiays’, ein Edelschuppen, soweit sie informiert war, aber warum auch nicht. "Also gut, ich könnte in einer Stunde da sein“;" meinte sie dann. Zum Glück hatte sie schon geduscht.

"Klingt gut. Dann sehen wir uns in einer Stunde im Rockiays." Xander lächelte. "Bis dann."

„"Bis dann." Fiyera grinste und legte auf. Ein Date hatte sie schon lange nicht mehr, normalerweise traf sie sich mit den anderen, manchmal um die Lage zu besprechen, seltener, um Spaß zu haben, aber meist um über die aktuelle Auftragslage zu sprechen.
Kurz erhob die junge Frau sich noch einmal, um zum Computer zu gehen. Mit schnellen Bewegungen tippte sie den Namen des Ladens ein, dann wartete sie. Schließlich war sie auf der offiziellen Webseite des Rockiays.
Viel interessantes befand sich nicht darauf. Es schien nur ein Lokal für die Neureichen zu sein, in dem man gegen entsprechende Bezahlung alles bekommen könnte.
„"Mal sehen, ob das wirklich so ist“;" murmelte Fiyera und drückte eine Taste. Wieder hieß es warten. Doch nach und nach erschienen Zahlen auf ihrem Bildschirm. Sie schienen keinen Sinn zu ergeben, waren es doch nur zahllose Einsen und Nullen, doch die junge Frau überflog die scheinbar endlosen Kolonnen, wie als würde sie einen normalen Text lesen.
Schließlich grinste sie. "„Wusste ich es doch“," meinte sie triumphierend.
Zwar war die Information nicht wie erwartet, aber das war in diesem Fall wohl eher ein Fakt, der für den Club sprach.
„"Nur auf Einladung, so“," murmelte die junge Frau. Sie fragte sich, ob Xander das wusste, und ob sie dafür sorgen sollte, dass sie beide eine höchst exklusive Bedienung erhalten sollte, ließ es dann aber bleiben.
Gerade als sie sich wieder erheben wollte, entschied sie sich doch um. Schnell verfasste sie eine eMail an den Besitzer.
„"Fire hier, zwei Freunde kommen, bereiten Sie alles vor asap. Name der Individuen: Fiyera, Xander, Sec Prot 3.“"
Als sie auf senden klickte, grinste sie breit. Wenn der Besitzer wirklich so bewandert in der High Society war, dann würde er wissen, was er mit dieser Meldung anzufangen hatte.

Nach dem Fiyera aufgelegt hatte, rief Xander im Rockiays an.
"Lou, ich bin in einer Stunde mit einer reizenden jungen Frau verabredet. Sorg bitte dafür, dass Fiyera reinkommt und man ihr keine Schwierigkeiten macht."
"Sicher Xander. Das übliche oder etwas besonderes?" entgegnete Lou, die rechte Hand vom Chef des Rockiays.
"Das überlass ich Dir, überrasch mich." meinte Xander grinsend. Auf Lou war Verlass - er hatte bisher immer genau das richtige gefunden.

Nachdem das erledigt hatte, machte Fiyera sich fertig. Für den Tag wählte sie eine einfache Bluejeans und ein eng geschnittenes Oberteil in grün auf dem in bunten Farben Pacman dargestellt war. Schließlich kämmte sie sich noch ihre Haare und band sie zusammen.
Dann betrachtete sie sich im Spiegel und nickte. Mit einem letzten Blick zurück, machte sie sich schließlich auf den Weg, ein Taxi zu rufen.
„"In einer Viertelstunde beim Marktempel“," meinte sie und warf sich während sie mit dem Mann am anderen Ende sprach, ihre Jacke über und machte sich dann auf den Weg.
Als sie die Türe hinter sich verschloss, hörte sie, wie etwas einrastete und vernahm dann das leise Summen von Elektroden. Zufrieden nickte sie und ging los, zum Marktplatz.

Xander verschwand nach dem zweiten Telefonat unter der Dusche. Heißes Wasser prasselte auf seine verspannte Muskulatur und löste langsam die Schmerzen. So wie die Schmerzen verschwanden, schlich sich auch der Alptraum aus seinen Gedanken, bis Xander sich nicht mehr an ihn erinnerte. Und dennoch, er blieb wie ein kleiner Stachel hängen, der ihn nicht mehr losließ.
Nach einer ausgiebigen Dusche zog Xander sich legere, helle Kleidung an und machte sich auf den Weg. Fips lag abgeschaltet auf der Rückbank.

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Fiyera und Xander - Part 6

„"Gut."“ Langsam kam Fiyera noch einen Schritt näher und ließ sich vor Xander auf die Knie sinken. „"Atmen sie tief ein und aus, konzentrieren Sie sich dabei nur auf Ihren Atem, denken Sie an nichts.“"
Die junge Frau wusste zwar nicht, ob es was brachte, aber irgendwie musste sie den anderen doch beruhigen können und mit der Meditation hatte sie bei sich schon oft gute Erfolge erzielt.
Innerlich musste sie grinsen, dass sie jetzt das gleiche tat, wie Nathan es vor einigen Jahren bei ihr getan hatte.

Xander stöhnte leise. "Zu laut. Das ist zuviel."
Obgleich ihre Nähe ihn noch weiter in die Vielfalt der Wahrnehmungen trieb, bot sie ihm auch einen gewissen Halt, als es ihm gelang sich nur auf sie zu konzentrieren. Ihre Stimme, Ihr Geruch, Ihre Präsenz, einfach nur Sie. Dann schrillten in der Ferne Sirenen los und Xander verkrampfte sich. Der Schmerz raste durch ihn hindurch und entlud sich in einem lautlosen Schrei. Xander kippte nach hinten auf die Couch, die Augen weit aufgerissen und alle Sinne in ihrer wahren Stärke, wusste er nicht mehr, was er tun sollte. In dem Augenblick als die Sirenen los schrillten, hatten sie alles andere ausgelöscht. Sein Blick ging ins Leere.

„"Xander!“" Fiyera wusste nicht, was sie machen sollte, geschweige denn, was mit dem anderen passiert war. Eilig kramte sie in ihrer Tasche, um ihr Handy herauszufischen.
Noch einmal blickte sie den anderen ernst an, fühlte seine Stirn, bevor sie das Mobiltelefon aufklappte und eine Nummer wählen wollte.
In der Ferne jaulte eine Sirene, vermutlich eine Alarmanlage, die ausgelöst worden ist, ansonsten war es still. Was Xander also mit ‚zu laut’ meinte, konnte sie nicht erkennen.
In der Küche brummte noch leise der Kühlschrank, aber weder der noch der Alarm waren so laut, dass sie solche Wirkung haben konnten.

Xander trieb irgendwo zwischen dunkel und hell. Während die Sirene endlich verstummte, begannen einige Medikamente ihre Wirkung zu entfalten. Sanft drängten sie Xanders Sinne zurück, schränkten sie auf ein erträgliches Maß herunter. Langsam nahm er seine Umgebung wieder wahr.
"Fiyera?" Seine Stimme war ein leises Krächzen, dass ihm einen Schauer überjagte. Er spürte sie direkt neben sich auf der Couch. "Du brauchst keinen Arzt zu rufen." brachte er mühsam heraus. Er schloss seine Augen, als er sie wieder öffnete, war die Leere verschwunden. Statt dessen funkelte ein tiefes Meergrün in ihnen.

Fiyera blickte den anderen an. „"Sie sehen mir gar nicht gut aus"“, gab sie zurück und schüttelte gleichzeitig ihren Kopf. „"Ich sollte einen Arzt rufen, außer Sie sagen mir, weshalb Sie meinen, keinen zu brauchen. Glauben Sie mir, ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn Ihnen etwas zustößt.“"
Trotz ihrer Worte drückte die junge Frau noch nicht ihre Wahltaste. Stattdessen musterte sie den anderen genau.
Das meergrün seiner Augen faszinierte sie. Irrte sie sich oder waren seine Augen vorhin nicht so intensiv gewesen?
Sie seufzte und wartete auf eine Antwort.

"Weil mir kein Arzt wirklich helfen kann." Xanders Worte waren leise, gerade noch laut genug, dass sie ihn verstehen konnte. "Sprechen Sie bitte leiser. Diese verdammte Sirene war heute wirklich das letzte, viel zu laut." Er schloss für einen Moment die Augen, dann wandte er sein Gesicht zu ihr und sah sie mit diesen schimmernden Meergrünen an.
"Stellen Sie Ihre Fragen Fiyera, aber leise. Ich habe ziemlich Kopfschmerzen." 'Und mir ist übel, mir ist zu warm und ich fühl mich einfach nur grässlich.' dachte er für sich.

Als Antwort nickte die junge Frau nur und ließ ihre Hand mit dem Handy darin, sinken. „"Gut“," wisperte sie dann. Antworten, das war es, was sie nun wollte.
Doch sie wusste auch, dass ein Arzt, wenn er keine Ahnung hatte, was er machen sollte, zu oft die falschen Leute informierte. Zwar wusste sie nicht, ob es für Xander ein Problem war, aber das würde sie hoffentlich noch erfahren.
„"Warum“," fuhr sie schließlich fort, immer noch möglichst leise sprechend, „"Kommt Ihnen ein so entferntes Sirenengeräusch so laut vor, dass sie dadurch fast die Besinnung verlieren?"“

"Weil ich es so laut wahrgenommen habe, als hätte ich direkt daneben gestanden." Xander verzog das Gesicht zu einem schiefen Grinsen. "Extrem feine Sinne sind zumindest hier in der Stadt und der näheren Umgebung ein Fluch, der andere durchaus schon in den Wahn getrieben hat." Er lachte leise, humorlos auf. Etwas Bitteres lag in seinen Worten als er fortfuhr. "Meine Eltern sind erst hierher gezogen als ich alt genug war, mich anpassen zu können. Ich habe wochenlang im Krankenhaus gelegen und nicht eins dieser fantastischen Medikamente hat angeschlagen. Schließlich haben Sie meinen Eltern etwas vorgeschlagen." Er sah Fiyera durchdringend an. "Sie hätten es abgelehnt, aber der Arzt hat mich gefragt." Wieder ein humorloses Lachen. "Schizophrenie. Die Medikamente dafür waren die einzigen auf die ich angesprochen habe. Seit dem unterdrücke ich meine Sinne mit den Medikamenten und schränke so meine Wahrnehmung auf die eines 'Normal-Menschen' runter."

Geduldig hörte Fiyera zu. Was er dort erzählte klang fantastisch, aber dennoch glaube sie ihm. Gleichzeitig beunruhigte es sie ein wenig. Trotzdem steckte sie ihr Mobiltelefon wieder beiseite und nickte.
„"Ich verstehe,"“ flüsterte sie. Zumindest eine ihrer Fragen war geklärt, was Xander jedoch erzählt hatte, warf gleichzeitig wieder neue Unklarheiten auf. Außerdem hatte er gesagt, dass er ihre Fragen beantworten würde.
„"Nun“," fuhr die junge Frau dann wieder fort, "„Doch weshalb haben Sie solche empfindlichen Sinnesorgane?"“ Die Antwort zu der Frage könnte entscheidend für Fiyeras nächste Aktionen sein.

"Weil ich nicht hierher gehöre." Xanders Blick glitt durch Fiyera weit in die Ferne. "Ich bin weiter unten im Süden aufgewachsen. Fern ab von Städten und ihren Auswirkungen." Er machte eine Pause. "Eine Welt in der Sie der Tod so leise kommen kann, dass Sie sich auf all ihre Sinne verlassen können müssen. Für eine gewisse Weile können wir in Städten leben, aber irgendwann treiben uns die Wahrnehmungen in den Wahn. Es ist zu laut, es riecht zu viel, zu viele Details für unsere Augen, zu viele Geschmäcker die verwirren, zu viel zu spüren."

Fiyera verengte die Augen. Der Süden. Viel hatte sie schon darüber gehört, doch dass jemand dort überleben konnte war neu. Seit der Manima-Katastrophe in Mexiko hatte sich kein Städter mehr weiter als bis zu dem abgezäunten grünen Gürtel des nördlichen Colorado gewagt.
Was dahinter lag war unbekannt. Zwar hörte man immer wieder von Forschungsteams, die sich dort hin wagten, aber bisher war keiner von ihnen zurückgekehrt. Und Xander sollte dort her kommen.
Nun doch schon etwas misstrauisch musterte sie den anderen. „"Und weshalb sind Sie hierhergekommen?“"

"Meine Eltern, nicht ich." Xander verzog das Gesicht. "Ich verstehe sie bis heute nicht, aber ich gehöre nicht mehr in den Süden, ebenso wenig wie ich hierher gehöre."
Ganz vorsichtig setzte er sich auf und rutschte weiter auf die Couch, bis er mit dem Rücken an die Lehne stieß. "Ich habe mir mein Leben sicherlich anders vorgestellt Fiyera. Ich wollte nie Medikamente nehmen müssen, nur um überhaupt leben zu können."

Fiyera nickte langsam. „"Ich verstehe Sie. Ich könnte mir auch kein Leben vorstellen, wenn ich ständig irgendwelche Medikamente schlucken müsste“," meinte sie leise und mit einer eisigen Tonlage, die jedoch nicht auf Xander gerichtet schien.
„"Aber irgendwann müssen Sie doch einen Ort finden, an dem Sie zu Hause sein können. Sagt nicht ein altes Sprichwort: Heimat ist dort, wo du dich zu Hause fühlst? Ihren Ort werden Sie sicher irgendwann finden.“"

"Wenn es danach geht, wohl eher nicht." Er lachte leise und lehnte sich in die Polster zurück. "Lassen Sie uns von anderen Dingen sprechen, Fiyera." Er blinzelte und versuchte erfolglos ein Gähnen zu unterdrücken. Während dem Gespräch mit ihr, war Ruhe in seine aufgebrachten Sinne eingekehrt und er merkte wie sehr ihn dieser Anfall geschwächt hatte. Seine Temperatur war leicht erhöht und seine Haut hatte einen leichten Glanz.

Fiyera nickte langsam und betrachtete Xander noch einen langen Moment. „"Eine Frage noch, wenn Sie erlauben?“," meinte sie dann. Es gab tatsächlich noch eine Sache, die ihr auf der Zunge brannte, etwas, das sie nun unbedingt wissen musste.

Sein Blick ruhte auf ihr. "Nur zu, fragen Sie Fiyera."
Er lächelte müde. Die Augen fielen ihm zu, doch er schlug sie direkt wieder auf. Er würde den Teufel tun und einfach einschlafen. Das wäre nun wirklich unhöflich. Ein Schatten huschte über sein Gesicht, als ihm bewusst wurde, dass Fiyera eine ganze Menge über ihn erfahren hatte. In Gedanken zuckte er mit den Schultern. Und wenn schon? Er konnte es nicht mehr verbergen.

„"Sie waren im Krankenhaus“," begann die junge Frau und ließ sich ganz auf dem Boden nieder. Sie erkannte sehr wohl, dass ihr Gegenüber müde war, dennoch musste sie diese eine Frage noch stellen.
„"Was haben die Ärzte getan, als sie mit solch ungewöhnlichen Symptomen eingeliefert worden sind?“ "Sie betrachtete nun genau jede Regung Xanders. „"Und sind Sie sich sicher, dass die Medikamente wirklich nur das machen, was Ihnen versprochen wurde?“"

Xander blinzelte müde, es fiel ihm schwer die Erschöpfung beiseite zu schieben und sich auf Fiyera zu konzentrieren.
"Ich erinnere mich nicht mehr genau. Aber die meisten Medikamente haben nichts bewirkt oder es noch schlimmer gemacht. Einzig die für Menschen mit einer gespaltenen Persönlichkeit haben angeschlagen." Ihm fielen die Augen zu, er blinzelte. "Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkung..."

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Fiyera und Xander - Part 5

Als jedoch Fiyera sah, dass der andere nicht mit Besteck aß, presste sie die Lippen aufeinander und legte ihre Gabel auch beiseite, bevor sie mit dem Messer nun die Pizza viertelte, bevor sie eines auf die Hand nahm.
„"Mh“," machte sie und biss in das Stück, während sie überlegte, wie wieder ein Gespräch in Gang kommen könnte, doch fiel ihr nichts ein. Nichts sinnvolles zumindest, was man am ersten Tag fragen sollte.

Xander grinste in sich hinein und aß seine Pizza weiter, unterbrochen nur wenn er an seinem Drink nippte. Als er fertig war, griff er nach einer Serviette und wischte sich die Hände ab.
"Möchten Sie noch etwas trinken, Fiyera?" Unbewusst betonte er ihren Namen und sah sie beinahe durchdringend an.

Die junge Frau schüttelte ihren Kopf. „"Danke nein."“ Wenn sie Nathan noch aus den Schwierigkeiten holen wollte, musste sie nüchtern bleiben, das war ihr klar. Nachdenklich musterte sie Xander.
Irgendwie hatte sie das Gefühl, er war mehr, als nur ein einfacher Bürger, aber vermutlich ging da ihre Fantasie wieder mit ihr durch. Leise seufzte sie.
Sie sollte sich endlich daran gewöhnen nicht in jedem Menschen einen Ashranti zu sehen.

Xander lächelte. "Dann nehme ich an, dass Sie zu Ihren Freunden wollen, mit denen Sie da waren..."
Er trat an die Bar und mischte sich einen weiteren White Russian. Er setzte das Glas an, exte es und genoss das seltsame Gefühl, dass sich in ihm breit machte. Als er sich wieder Fiyera zu wandte, flackerte sein Blick leicht.

Fiyera lachte und schüttelte ihren Kopf. „"Nun, vielleicht später“," meinte sie und warf einen Blick auf ihre Uhr. Noch ein wenig Geduld musste sie haben, dann könnte sie sich endlich um Nathan kümmern. Es war gefährlich, das wusste sie und unter Umständen könnte es mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als geplant, aber das war sie ihrem Freund schuldig.
Nachdenklich runzelte sie die Stirn. "„Ich meine, die Nacht ist noch jung."“

"Ja, in der Tat." Xanders Stimme klang einige Nuancen dunkler und Fips tauchte lautlos hinter ihm auf. Die kleine Drohne überwachte seine Werte und befand gemäß der Programmierung, die man ihr zu Teil hatte werden lassen, dass sie noch nicht eingreifen musste.
"Und was machen Sie, wenn Sie nicht in Clubs sind?" Xanders Stimme wurde noch dunkler und etwas anderes mischte sich mit hinein.

„"Ich“", begann Fiyera und zog die Augenbrauen zusammen. Sie hörte sehr wohl die Veränderung in seiner Stimme. Auch wenn sie es sich nicht erklären konnte, sprachen sämtliche Alarmsysteme, die sie sich angeeignet hatte, an.
„"Normalerweise arbeite ich als ... Sekretärin."“ Die Pause war nicht lange, nur ein sehr aufmerksamer Zuhörer könnte das kurze Zögern und die anschließende Unsicherheit der jungen Frau erkennen.

"Sekretärin?" Der Blick mit dem Xander sie maß, machte mehr als deutlich was er davon hielt. Auch war ihm das kurze Zögern und die Unsicherheit nicht entgangen. "Verschwenden Sie nicht Ihre Talente...", murmelte er leise und trat zur Couch zurück.
"Und was machen Sie nicht normalerweise?" Xander spürte tief in sich etwas erwachen. Es schlich um die junge Frau herum und schnurrte in ihm, dass Xander schauderte. Er begriff langsam, dass seine Sinne sich aus ihrem Kerker befreiten. Aber warum griff Fips dann nicht ein. Die Panik, die ihn mit sich hatte reißen wollen, zog sich zurück.

Fiyera lachte gezwungen. „"So viele Talente habe ich nicht“," meinte sie und lehnte sich zurück. Äußerlich war sie entspannt, doch innerlich war sie auf der Hut, schließlich war das hier gerade gefährliches Gebiet. Sie musste nun aufpassen.
„"Und un-normalerweise gehe ich Schwimmen, Einkaufen, treffe mich mit meinen Freunden, was so eine Frau heutzutage tut. Was ist denn mit ihnen?“"

Xanders Sinne schlugen an, was hatte sie nur an sich, was verbarg sie nur. Es fiel ihm schwerer sich auf das Gespräch zu konzentrieren.
"Ich?" Xander grinste beinahe anzüglich. "Meist bade ich den Mist von anderen aus und stehe dafür grade, dass sie es einfach nicht besser können." Er verdrehte leicht die Augen. "Menschen sind bisweilen erschreckend erfinderisch darin darzulegen, warum sie nicht Schuld sind, dass etwas nicht funktioniert hat." Seine Stimme klang verachtend, während sein erster Sinn, dem Gefängnis der Tabletten entschlüpfte und die Geräusche mit einer solchen Intensität über ihn hinwegschwappten, dass er das Gesicht schmerzlich verzog. Das war eindeutig zu laut. Aber warum griff Fips nicht ein? Die Drohne war bisher immer bestens auf ihn abgestimmt gewesen.
"Vielleicht sollten Sie gehen." Seine Stimme klang befehlend, aber er konnte die aufsteigende Panik nicht heraushalten.

Fiyera betrachtete den anderen noch einen Moment, dann nickte sie langsam. „"Gut“," meinte sie schließlich und erhob sich. Es war ein sonderbares Gefühl. Einerseits hatte sie befürchtet, dass der andere sie nicht gehen lassen wollte, andererseits... Mühevoll schüttelte die junge Frau diesen Gedanken ab.
Wenn sie Nathan helfen wollte, dann durfte sie nicht länger hier bleiben. So machte sie einen Schritt auf die Tür zu und wandte sich dann noch einmal zu Xander um. Trotz allem durfte sie nicht die Höflichkeit vergessen.
„"Ich danke Ihnen für ihre Gastfreundschaft“," gab sie zurück und strich sich eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht.
Eine Frage jedoch stellte sie sich: Vor was schien der andere solche Panik zu haben? Sicher nicht vor ihr, außer... "„Soll ich einen Arzt rufen?“"

"Einen Arzt?" Xanders Stimme hatte nun einen vollen Bass und klang gleichzeitig so panisch als hätte er geschrien. Sein Geruchssinn stahl sich aus seinem Gefängnis und die Gerüche explodierten in seiner Nase. Reichte es nicht, dass er jeden Atemzug, jeden Pulsschlag von Fiyera hören konnte? Er nahm ihren Geruch wahr, das Parfum war er als angenehm empfunden hatte, erschlug ihn nun fast. Dazwischen nahm er den Geruch von Metall und erstaunlicherweise auch von Menschen wahr. Es gab wenige, die noch wirklich nach Mensch rochen.
Xander legte die Hände auf die Stirn und versuchte ruhig zu atmen. "Gehen Sie Fiyera, gehen Sie." Doch seine Worte waren viel zu leise, als dass sie ihn hätte hören können.

Fiyera zog die Augenbrauen zusammen. Der andere war panisch, etwas schien ihm solche Angst zu bereiten. Aber was? Besorgt blickte die junge Frau sich um, dann trat sie einige Schritte vor.
So könnte sie den anderen, so wenig sie ihn auch kannte und so ein ungutes Gefühl sie bei ihm hatte, nicht alleine lassen.
Langsam kam sie näher. „"Beruhigen Sie sich“," meinte sie sanft und streckte ihre Hände aus, um zu zeigen, dass sie ihm nichts wollte.
„"Es wird nichts geschehen. Setzen Sie sich am besten hin, aufrecht und schließen sie die Augen.“"

Xander zuckte unter ihrer Fast - Berührung zusammen und der Klang ihrer Stimme war entschieden zu laut, aber während seine Sinne aus dem Käfig ausgebrochen waren, in den er sie so sorgfältig eingesperrt hatte, schien Fiyera die Möglichkeit zu bieten, wenigstens etwas Frieden zu finden. So folgte er ihren Anweisungen, während ihn die Vielfalt von Wahrnehmungen beinahe den Verstand raubte.
Hatte er zuvor nur mehr gehört und mehr gerochen, so schmeckte, spürte und sah er nun mehr als noch vor wenigen Momenten. Gequält schloss er die Augen und versuchte sich auf Fiyera zu konzentrieren. Ein leiser Laut glitt über seine Lippen, ein Laut der jedem Lebewesen die Qual verriet, welche durch Xander tobte. Aber Fips reagierte immer noch nicht.

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Sunday, July 06, 2008

Fiyera und Xander - Part 4

Fiyera zuckte mit den Schultern und steckte die Packung wieder beiseite, um ihre eigene Zigarette anzuzünden. Dann nickte sie. „Ich nehme gerne einen“, meinte sie dann und zog an ihrem Glimmstängel, um dann den bläulichen Rau in Richtung Xander zu pusten.

Xander hob eine Augenbraue, sagte aber nichts. Wortlos hielt er ihr das Glas hin und setzte sich in den Sessel nahe der Couch. Wollte Sie ihn provozieren? Abwesend trank er einen Schluck von dem White Russian.

Auch Fiyera nahm einen Schluck des Getränkes und musterte Xander. Leicht legte sie den Kopf schief. „"Sind Sie eigentlich schon oft im Starlite’s gewesen? Ich habe Sie dort noch nie gesehen.“" Eigentlich vermutete die junge Frau nicht, dass er schon oft im Club gewesen war, allein schon sein Umgang mit ihr verriet ihr das.

"Ja, aber bisher noch nicht allein." antwortete er, während er seinen Drink leerte. "Ich bin auch nicht so auffällig. Die meisten nehmen mich nicht wahr." Xander wollte noch etwas sagen, wurde aber vom Backofen unterbrochen. Er lächelte und verschwand in der Küche.
"Wo wollen Sie essen?"

Fiyera nickte langsam. „"Ich dachte nur. Sie gehören zumindest nicht zu denen, die jeden Tag dort sind. Davon kenne ich die meisten. Oder sie sind /sehr/ unauffällig.“" Damit zuckte sie mit den Schultern und nahm einen weitern Schluck ihres Getränks.
„"Mir ist es egal“", rief sie Xander nach. Der Geruch von Pizza lag bereits in der Luft und erinnerte die junge Frau, dass sie schon länger nichts mehr gegessen hatte.

Xander kam nur wenige Moment danach mit den zwei Pizzen wieder und grinste. "Dann essen wir hier." Während er die Teller abstellte, sauste Fips vorbei. Sie umflog ihren Herren einige Male prüfend ehe sie wieder verschwand. Aufmerksam geworden lauschte Xander in sich hinein und stellte beruhigt fest, dass all seine Sinne auf dem normalen Level waren. Er brauchte keinen weiteren Schwächeanfall. Nur, was war dann mit Fips los. Er runzelte die Stirn, schüttelte den Kopf und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Fiyera zu.
"Lassen Sie es sich schmecken."

„"Danke"-„ Die junge Frau grinste und blickte dann auf ihr Pizza. Sie sah gut aus und im selben Moment knurrte ihr Mgaen. Etwas verlegen grinste Fiyera und nahm sich ein Messer. So wie der andere sich verhielt war es vermutlich nicht akzeptabel, die Pizza mit der Hand zu essen. Leise seufzte sie und machte sich daran, ein Stück abzuschneiden.
„"Guten Appetit“", murmelte sie und hob ein wenig die Gabel mit dem Pizzastück, während sie die kleine Drohne beobachtete.

Xander nickte ihr zu, zerschnitt dann seine Pizza in mehrere Ecken und nahm davon eine auf die Hand. Während er aß, knurrte sein Magen ebenfalls leise auf, als wollte er sagen, wie kannst du mich nur so sträflich vernachlässigen. Der Schalk blitzte in seinen Augen auf, als er sich bewusst wurde, dass Fiyera mit dem Besteck hantierte, während er einen auf Faulpelz machte.
'Interessant welchen Eindruck ich bei ihr hinterlassen habe.'

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Saturday, July 05, 2008

Fiyera und Xander - Part 3

„"Sie sind also Techniker.“" Keine besonders intelligente Aussage, wenn man seinen vorigen Kommentar betrachtete. Leise seufzte sie und schüttelte ihren Kopf, und sah sich wieder um.
"„Und Ihre Eltern meinen nicht, dass so etwas Anständig ist? Sind ihre Eltern technophil?“"
Die junge Frau blickte kurz auf die Uhr und seufzte innerlich. Erst ein Uhr. Da musste sie noch ein wenig warten, bis sie Nathan irgendeine Hilfe zukommen lassen könnte.

Xander grinste schief. "So könnte man das auch bezeichnen."
Er deutete auf die Couch. "Nehmen Sie Platz und verraten Sie mir was Sie trinken."

"Nickend ließ sie sich auf das Sofa sinken und blickte zu ihm auf. „Wodka-E? Wenn Sie haben. Sonst nehme ich ein Pils.“" Damit lehnte sie sich nach hinten und betrachtete die Decke.
"„Nun, haben Sie ihre Medizin nehmen können?“" Ihr Blick lag nun wieder auf Xander und schien ihn durchbohren zu wollen.

Xander hatte sich der Bar zugewandt und ihr den Wodka-E gemischt. Dann nahm er ein Glas Wasser und gab eine Tablette hinein die sich sprudelnd auflöste. Er verzog das Gesicht.
"Ich bin grade dabei," er reichte ihr das Glas mit dem Wodka und nahm dann seines mit der Medizin. "Auf Sie.", meinte er und trank dann die Mixtur in einem Zug aus.

Fiyera nahm das Glas an und grinste. „"Danke.“ Damit hob sie das Glas und prostete ihm zu. „Auf einen etwas verpatzten Abend. Darauf, dass er noch besser wird.“" Sie konnte sich ein Kichern nicht verkneifen und trank dann das Gemisch in einem Zug aus.
Mit einem Ruck stellte sie das Glas dann wieder ab und sah sich um.
"„Muss widerlich schmecken, Ihrem Gesichtsausdruck nach.“"

"Ja, allerdings." Xander trat an die Bar und mixte sich einen kleinen alkfreien Cocktail. "Möchten Sie auch noch etwas trinken? Oder haben Sie hunger?"
Sein Magen knurrte leise und er grinste von einem Ohr zum anderen. "Vielleicht etwas Pizza?"
So war das nun mal, wenn er den Tag über wenig gegessen hatte.

„"Ich nehme noch einen."“ Damit hob sie das Glas wieder hoch und überlegte. Pizza klang gut. „"Mh, wenn d... Sie Pizza haben, gerne."“ Irgendwie konnte sie sich nicht an das ‚Sie’ gewöhnen. Noch einmal entkam ihr ein leises Kichern, als sie sich weiter nach unten rutschen ließ und sich fast auf die Couch legte.
"„Nehmen Sie keinen?“"

"Später." Er deutete auf das leere Glas mit der Medizin, "das Zeug brauch ein wenig bis ich wieder an die wirklich leckeren Dinge darf..." Dann machte er für sie einen weiteren Vodka fertig und reichte ihn ihr.
Schliesslich ging er in die Küche und stellte den Herd an und sah nach was der Gefrierschrank anbot. "Diablo, Western, Hawai oder Thunfisch?" rief er rüber.

"Danke.“" Damit nahm sie das Getränk an und beobachtete, wie er in die Küche ging. Kurz überlegte sie, ihm zu folgen, entschied sich dann aber doch dagegen und blieb stattdessen auf dem Sofa liegen.
Als Xander fragte, überlegte sie kurz. „"Diablo nehme ich“," rief sie ihm dann hinterher und nahm einen Schluck aus dem Glas, während sie sich den Aschenbecher heranzog.

"Geht klar." Er grinste vergnügt, packte die beiden Pizzen in den Ofen und ging wieder zu seinem Gast. "Ist Ihnen warm genug?"
Aufmerksam glitt sein Blick über sie, wie sie so gemütlich mehr auf der Couch lag als das sie saß. Zum ersten Mal seit langem war er froh, dass er die Medizin hatte. Sie half ihm seine hochentwickelten Sinne auf das Maß eines durchschnittlichen Menschen zu drücken. Ansonsten wäre er aufgrund seines Gehör- und Geruchs- als auch Geschmacksinn mehr als einmal zusammengebrochen. Wenn er draussen in der Natur war, dort wo er aufgewachsen war, dann brauchte er die Sinne, dann wollte er es genießen und sie nicht zurückschrauben, aber hier im Beengten, in der Stadt, wäre er wahnsinnig geworden.
Er grinste leicht abwesend. Es war lange her, dass sie in die Stadt gezogen waren, die ersten Wochen war er ständig beim Arzt, wegen Übelkeit und anderen Beschwerden. Dann hatte der Arzt die Ursache herausbekommen und mit Einverständnis seiner Eltern diverse Medikamente getestet, von dem schließlich eins anschlug, dass auch in der Medikation für Shizophrene angewandt wurde. Als Deckmantel wurde bei ihm eine stressbedingte Entwicklung einer zweiten Persönlichkeit festgestellt. Xander lächelte humorlos, das traf es durchaus. Seine Eltern hatten ihn in keinster Weise auf die Stadt vorbereiten können.

Fiyera nickte, erinnerte sich dann daran, dass der andere sie wohl nicht sehen konnte. „"ja, mir ist warm genug, keine Sorge.“"
Mit einer Hand schnippte sie die Asche ihrer Zigarette in den Aschenbecher und nahm einen Zug, bevor sie sich noch gemütlicher hinlegte. Müde war sie keineswegs, auch wenn sie schon länger auf den Beinen war.
Leise seufzte sie. Sie fragte sich, was der Abend noch bringen würde.

"Hier, nehmen Sie die." Plötzlich war Xander gefährlich nah bei Fiyera und legte einige Kissen neben sie. Bisweilen vergaß er, dass er sich zu leise bewegte und seine Stimme nicht so laut war, dass die Menschen realisierten, dass er im Raum war.

Fiyera blickte Xander etwas überrascht an, blinzelte dann aber ein-, zweimal, bevor sie langsam nickte. „"Ja, sicher. Danke“," gab sie zurück und griff nach dem Kissen, bevor sie ihre Zigarette ausdrückte und gleich schon die nächste herausholte.
"„Auch eine?"“ Damit hielt sie Xander die Packung entgegen.

"Nein." Es klang rech ruhig und unbeteiligt, dennoch war soviel darin verborgen wie er es sagte. Er trat an die Bar und mischte zwei White Russians.
"Mögen Sie auch einen?"

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Fiyera und Xander - Part 2

Fiyera bekam schon leicht weiche Knie, als einige Polizisten zu den beiden traten. Jedoch ohne ein Wort zeigte ihr Begleiter, Xander, ihnen zwei Ausweise, worauf sie durchgelassen wurden, ohne eine weitre Frage nach ihrem Ausweis.
Erleichterung machte sich in der jungen Frau breit, dann jedoch warf sie einen schiefen Blick zu ihrem Begleiter. Fragen brannten ihr auf der Zunge. Fragen, die sie stellen wollte, doch der andere wollte nach Hause. Rechtzeitig. Was immer das jetzt schon wieder zu bedeuten hatte.
„Danke“, murmelte sie und zog die Augenbrauen zusammen. „Kannst du Sie mir nicht jetzt alles erklären?“, fragte sie dann einfach. „Nicht, dass ich nicht dankbar wäre, aber dennoch Ich will nicht in Schwierigkeiten kommen.“

"Dafür ist nicht ausreichend Zeit, tut mir leid Fiyera. Bringen Sie mich noch zu meinem Auto, den Rest schaffe ich schon." Xander fühlte wie seine Körpertemperatur langsam stieg. Es wurde allerhöchste Zeit, dass er sein Mittel bekam. Nur warum er es jetzt schon wieder brauchte, das verstand er nicht wirklich. Eigentlich sollte er es nur noch einmal am Tag nehmen.

Leise seufzte die junge Frau. Eigentlich hatte sie auch nicht erwartet, dass sie Antworten bekam. So nickte sie nur langsam. „"gut“", stimmte sie dann zu und sah sich auf der Straße um. Nach und nach kamen Leute aus dem Starlite’s, doch viele wurden auch beiseite genommen, unsanft an Polizeiwagen gedrückt und mit geübten Griffen durchsucht.
Wie es aussah, fanden die Beamten nicht nur bei einzelnen Personen etwas. Leise seufzte die junge Frau. Irgendwie hätte sie sich so was denken können.
"„Wo steht Ihr Auto?“," wandte sie sich dann wieder Xander zu.

Xander deutete wortlos auf einen schwarzen Wagen, der nur noch wenige Schritte von ihnen entfernt stand. Während sie darauf zugingen, tastete er nach dem Schlüssel und öffnete die kleine Limousine mit einem Druck auf die entsprechende Taste. Xander stand mittlerweile Schweiß auf der Stirn und seine Haut fühlte sich unnatürlich warm an.

Kurz warf Fiyera einen blick auf den Wagen. Der andere musste gutes Geld verdienen, wenn er sich solch ein Auto leisten konnte. Beeindruckt nickte sie kurz.
„Gut, hier sind wir“; meinte sie dann, als sie direkt vor dem Auto stand. Dann jedoch runzelte sie die Stirn. Ihr Begleiter sah alles andere als gut aus. Schweißperlen waren auf seiner Stirn und perlten langsam hinab.
„Alles in ordnung?“, fragte Fiyera etwas besorgt.

"Ja.", hustete Xander und ließ sich von ihr beim Einsteigen helfen. "Kommen Sie mit?"
Noch während er sie das fragte begannen seine Hände mit kontrollierten Bewegungen ein kleines Gerät zu aktivieren, dass ihn überwachen würde und im Notfall ausschaltete, ehe er Schaden anrichten konnte. Nur einen Moment danach erwachte die kleine Drohne zum Leben.
"Master Xander, welches Program wünschen Sie?"
"Überwachung Fips. Code Red 1." Dann sah er Fiyera an. Während die Drohne seine Werte mass und beschloss dass er wohl schon etwas brauchte, stand die junge Frau noch unschlüssig neben dem Wagen.
"Autsch, Fips." Xander grummelte und fauchte leise. Die Drohne hatte ihm ein kleines Beruhigungsmittel direkt in die Halsschlagader injeziert. "Wie oft soll ich dir noch einprogrammieren, dass du meinen Hals in Ruhe lässt."

Fiyera wollte gerade anfangen, als die Drohne zum Leben erwachte. Entgeistert starrte sie die kleine Maschine an und zu den Fragen, die sich in ihrem Kopf gesammelt hatten, kamen einige dazu.
Kurz warf sie noch einen Blick über die Schulter zurück und erkannte, wie die Bullen einen jungen Mann aus dem Cub führen. Er war in Handschellen gefesselt und drei Polizisten eskortierten ihn.
Mit einem Schrecken erkannte sie Nathan. Das festigte ihre Entscheidung nur. Sie wollte nicht in Schwierigkeiten geraten. Um ihren Kumpel würde sie sich später kümmern.
So blickte sie wieder zu Xander. „"Sie können Hilfe gebrauchen, nicht dass Sie noch unterwegs zusammenbrechen.“ "
Damit ging sie um das Auto herum und stieg auf den Beifahrersitz.
"„Nur bekommen sie keine falschen Ideen.“ "

Xander lachte leise. "Danke Fiyera, aber lassen Sie das Fips nicht zu laut hören..."
Er schmunzelte und gab das Ziel ins System ein. Dann startete er den Motor und nachem auch Fiyera angeschnallt war, fuhr der Wagen los. Eine weiter Annehmlichkeit, die er seinem Freundeskreis verdankte. Es war bisweilen von Vorteil Informatiker zu kennen und den Beta-Test für die neuen Programme zu übernehmen.
"Also was wollen Sie wissen Fiyera?"

Die junge Frau überlegte kurz, während ihre Aufmerksamkeit auf dem Starlite’s lag. Leise seufzte sie. Sie hätten heute nicht herkommen sollen, nun war Nathan wieder bei den Bullen.
Nachdenklich strich sie sich eine Strähne ihres blonden Haares aus dem Gesicht und blickte wieder Xander an.
"„Nun, erst einmal, warum haben Sie die Bullen einfach durchgelassen? Hier startet eine Razzia und die lassen Sie einfach passieren.“ "

Xander hatte die Frage erwartet und grinste.
"Weil sie es müssen, ich muss eine gewisse Medizin regelmäßig nehmen und da ich ein paar Leute kenne, haben die mir den Weg geebnet, damit ich nicht drauf geh, nur weil mich irgendjemand in einer Kontrolle festhält." Er zuckte mit den Schultern. "Ich würde gern drauf verzichten, aber an Tagen wie heute ist es praktisch." Die Temperatur im Wagen war angenehm und Xandere registrierte erleichtert das Fips' Mittel anschlug.

"„Mh" Fiyera blickte den anderen noch eine Zeit lang an, dann nickte sie. Etwas stimmte nicht. „Auch andere haben Medizinen, die sie regelmäßig nehmen, aber keiner bekommt deswegen Durchlass von den Bullen. Die sind da sehr strikt normalerweise. Und wer nicht macht, was sie sagen hat schon schnell eine Waffe vor seiner Nase. Nicht sehr zu empfehlen.“
Die junge Frau lehnte sich etwas nach vorne. "Stört es Sie, wenn ich rauche?“"

"Ja. Wir sind gleich da, dann ist es kein Problem." Er lächelte entschuldigend und wenig später bogen sie in die Auffahrt eines Hauses. Es wirkte erfrischend schlicht mit dezenter Verspieltheit. Das Garagentor öffnete sich und der Wagen kam drinnen zum stehen. Während sich das Tor schloss, sprang die Elektrik im Haus und in der Garage an. Die Beleuchtung erhellte nur wenige Momente danach den Innenraum. Xander stieg aus und Fips jagte an ihm vorbei.
Die Drohne schwirrte ins Haus und bereitete den Raum für Master Xander vor.
"Kommen Sie mit rein, oder soll ich Sie nach Hause bringen lassen?"

Fiyera seufzte leise, wartete aber, bis das Auto angehalten hatte und sie aussteigen konnte. Sofort danach holte sie eine Packung Zigaretten aus ihrer Hosentasche und ließ wieder einmal das Feuerzeug aufflammen.
"„Ich denke, ich nehme mir ein Taxi“," gab sie schließlich von sich und sah die Straße hinunter. Es schien eine bessere Gegend zu sein, wo Xander wohnte. Ganz konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"„Ich wollte eigentlich nur in den Club, um ein wenig abzuschalten, aber jetzt fahr ich doch lieber nach Hause“ ."

"Wie Sie wollen Fiyera. Wenn Sie noch etwas trinken möchten, ein Telefon oder sonst etwas brauchen sind Sie eingeladen mit reinzukommen. Ich beantworte Ihnen auch noch Fragen, wenn Sie möchten." Xander öffnete die Tür, die ins Haus führte und lehnte sich in den Türrahmen.

Fiyera blickte den anderen lange an, dann seufzte sie. Auf das kam es jetzt auch nicht mehr an. Nathan war erwischt worden und es würde wieder jede Menge Ärger für sie und die anderen bedeuten.
So nickte sie. "„gut, ich komme noch mit rein. Fragen habe ich in der Tat genug.“" Es war zwar dreist, aber Xander hatte es ihr ja schließlich angeboten.

Xander lachte leise und wurde fast übergangslos wieder ernst.
"Dann kommen Sie," er machte eine einladende Bewegung und ging vor. Auf einen Pfiff hin kam Fips angejagt.
"Master Xander?" fragte die Drohne.
"Ist alles fertig?" wollte er wissen.
"Ja."
"Dann hol bitte Gläser, Eis und etwas zu trinken. Bring es uns ins Wohnzimmer." bat Xander.
"Sehr wohl Master." Und schon sauste Fips wieder davon.
"Fiyera," Xander deutete eine leichte Verbeugung an und bot ihr einen Arm an.

Fiyera ging die paar Schritte zum Haus hinauf und schenkte Xander ein kurzes Lächeln. „"Danke“," meinte sie und nahm den Arm an, um sich dort locker einzuhaken. Wieder musterte sie den Mann. Er schien 28 oder 29 zu sein und in dem Haus schien es keine Anzeichen davon zu geben, dass noch jemand dort lebte, außer ein paar Dienstboten.
Fragend runzelte Fiyera ihre Stirn, schwieg jedoch.
"„Nun, Sie scheinen sehr Technik begeistert zu sein, wenn ich so an Ihre Drohne denke.“"

Xander grinste. "So kann man es auch ausdrücken. Seit dem ich soviel Technik integriert habe, weigern sich meine Eltern mal wieder vorbei zukommen."
Der Schalk blitzte in seinen Augen auf. "Dafür trifft sich der Technikerkreis in dem ich bin ganz gern bei mir." Er zuckte mit den Schultern. "Das ist einfach wesentlich interessanter als mir von meinen Eltern vorhalten lassen zu müssen, ich solle etwas anständiges lernen."

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Fiyera und Xander

Laut dröhnte die Musik durch den Club und durch die zahllosen bunten, flackernden Lichter wirkten die Bewegungen der Masse abgehackt und ruckartig.
Fiyera hatte sich gerade etwas zurückgezogen und stand an die Wand gelehnt, ein Glas mit einer gelben Flüssigkeit in der Hand, von der ein gummibärchenartiger Geruch ausging. Kurz schloss sie die Augen, dann wandte sie sich zu ihrem Begleiter um, tippte ihm auf die Schulter.
Sogleich drehte sich dieser ihr zu, beugte sich näher an sie heran. Doch die junge Frau schüttelte nur kurz den Kopf und hielt eine Hand auf.
„Klar!“, brüllte Nathan daraufhin, doch ob der lauten Musik und den Rufen des DJs, der wieder einmal versuchte die Feiernden anzuheizen, konnte Fiyera ihn kaum verstehen. Doch das brauchte sie nicht, denn schon im nächsten Moment versenkte dieser seine Hand in der Tasche und holte etwas hervor, was er der jungen Frau in die Hand drückte.
Diese nickte kurz, warf einen Blick auf ihre Handfläche und betrachtete die Zigarette einen Moment, bevor sie ein Feuerzeug aus der Tasche holte. Kurz flammte es auf und über Fiyeras Züge legten sich flackernde Schatten. Erleichtert zog die junge Frau an dem Glimmstängel und lehnte sich wieder an die Wand. Einen Blick in die Runde werfend, atmete sie den Rauch aus. Leicht lächelte Fiyera und leerte mit einem großen Schluck ihren Wodka-Es, bevor sie Nathan auf die Schulter tippte.
Dieser versuchte sich gerade wieder mit einem anderen Gast des ‚Starlite’s’ zu unterhalten und wandte sich stirnrunzelnd zu Fiyera um.
„Ist es nicht in Ordnung gewesen?“, rief er laut, doch als die junge Frau den Kopf schüttelte, nickte er und wollte sich wieder wegdrehen.
Fiyera jedoch reagierte schnell. „Ich bin wieder auf der Tanzfläche!“, gab sie zurück und hielt Nathan ihr leeres Glas hin. Mit dem Rollen seiner Augen nahm er es an sich.
„Dann geh schon!“
Damit verschwand Fiyera auf der Tanzfläche.

Xander stand gelangweilt an der Wand und beobachtete die Tanzfläche, warum nur war er heute abend hierhergekommen. Die anderen aus seiner Clique hatten alle abgesagt und somit gab es für ihn keinen einzigen Grund ausser der Gewohnheit um herzukommen.
'Was soll's?,' dachte er, wenn er schon hier war konnte er auch tanzen gehen. So bahnte er sich seinen Weg zur Tanzfläche und liess sich in der Musik treiben. Wieviel Zeit so verging bekam er nicht mit. Die Musik war brauchbar, ausreichend dass er darin treiben konnte, aber auch nicht mehr.

Plötzlich jedoch ging die Tür des Clubs auf. Kühle Luft strömte von draußen herein, ebenso wie etwas Regen eines Gewittersturms und zahllose Männer. Sie alle trugen die Uniformen von Polizisten. Einige hatten ihre Waffen gezogen, während andere sich schnell und geschickt durch die Menschenmassen bahnten.
Diejenigen, die es bemerkt hatten, brachen in Panik aus, versuchten zum Ausgang zu gelangen, doch wurden von den Polizisten nicht herausgelassen.
Fiyera jedoch bekam nicht viel davon mit zuerst. Erst als sich unzählige Tanzende an ihr vorbeidrängten und versuchten irgendwo hin zu gelangen, wo keine Polizisten standen, sah sich die junge Frau um. Im nächsten Moment stoppte auch schon die Musik und die Stille schien, auch wenn überall laute Rufe und Schreie zu vernehmen waren, mit einem Mal bedrohlich.
Dann erblickte Fiyera die Polizisten und ein leiser Fluch entkam ihr. Suchend blickte sie sich nach Nathan um, aber diesen konnte sie nirgends erblicken. Noch einmal einen Blick in alle Richtungen werfend, ließ sie sich schließlich von der Masse mittreiben.
„Was wollt ihr?“, hörte sie jemanden über den ganzen Tumult schreien, dann brach hinter ihr ein leichtes Gerangel los.
Einer der Feiernden hatte wohl Panik bekommen und versuchte nun durch die Menschenmengen zu flüchten. Dabei stieß er wahllos andere Gäste beiseite. Auch Fiyera spürte kurz darauf den festen Druck des Flüchtenden und fiel haltlos hintenüber.
Doch sie hatte Glück. Ob der vielen Menschen fiel sie gegen einen, der dann auch ins Stolpern geriet, sich aber mit einer schnellen Bewegung wieder fangen konnte.
Kopfschüttelnd richtete Fiyera sich wieder auf und langsam kam ihr die volle Bedeutung der Situation in den Sinn. Eine Razzia. Heute, gerade an diesem wichtigen Tag.
„Nathan!“, brüllte sie und blieb stehen. Wirr strich ihr Blick über die Massen.

Xander hatte die Augen geöffnet und knurrte leise. Was sollte das, er hatte gerade so schön den Stress und die Arbeit vergessen. Er erblickte Polizisten an den Ausgängen und zwischen den anderen Tänzern und Gästen. Die Stille schien ihn zu erdrücken.
Dann stolperte jemand in ihn hinein und Xander stolperte einige Schritte zurück, ehe er sich wieder fing. Die junge Frau schien von einem in Panik geratenen angestossen worden zu sein. Dieser wurde jedoch bald von den Polizisten aus dem Verkehr gezogen.
Xanders Blick blieb wieder an der Blonden hängen, die in ihn gestolpert war. Sie wirkte beunruhigt und dennoch waren Xanders Sinne auf ihren Körper fixiert, der in einem grünen Top und Jeans steckte. Er schüttelte den Kopf. Nicht jetzt. Und schon gar nicht mit den Bullen im Raum. Er spürte wie sich seine andere Seite meldete, es wurde Zeit dass er seine Medizin bekam.
"Wollen Sie nach draussen?" wandte er sich an die junge Frau.

Fiyera sah sich um, zu dem Mann, der sie angesprochen war. Es war einer von denen, gegen die sie gestürzt war. Einen Moment blickte sie ihn nur an, dann nickte sie langsam. „Ja“, meinte sie schließlich und warf wieder einen Blick über die Menge.
Nathan konnte sie immer noch nicht erblicken. „Verdammt“, murmelte sie und schüttelte dann den Kopf.
Der Fremde vor ihr hatte kurzes, dunkles Haar und trug ein schwarzes Kurzarmhemd, auf dem ein einzelnes weißes Phönixtribal gedruckt war. Er war ebenso wie die anderen Gäste weniger erfreut von der Razzia.
„Keine Bewegung, dies ist eine polizeilich genehmigte Razzia!“, hallte mit einem Mal die Stimme eines Bullen über den Clubraum. Sofort blieben viele Leute wie angewurzelt stehen, nur einige wenige bekamen jetzt noch mehr Panik und versuchten zu dem Ausgang zu kommen.
„Nach draußen wäre gut“, meinte Fiyera dann zu dem Fremden.

Xander ergriff ihre Hand. "Dann kommen Sie. Verraten Sie mir Ihren Namen, dann kommen wir zusammen raus."
Zielstrebig schlängelte er sich mit ihr Richtung Ausgang, die Polizisten ignorierend, von denen keiner es wagte ihn anzusprechen. Kurz vor dem Ausgang blieb er stehen und beugte sich zu ihr. Sah ihr in die Augen und prägte sich jedes Detail ihres Gesichtes ein. Dann zog er seinen Ausweis sowie den Spezialausweis heraus.

Fiyera blickte den anderen überrascht an, ließ sich aber dann schon von ihm mitziehen. „Fiyera heiße ich“, gab sie dann von sich und blickte etwas überrascht, einem Polizisten nach, der gerade auf sie zutreten wollte, aber sich dann jedoch umwandte und davon ging.
Verwirrt runzelte sie ihre Stirn und betrachtete ihren Begleiter nun genauer.
Dann jedoch waren sie schon fast beim Ausgang angekommen und irgendwie fragte Fiyera sich, wie es ihnen gelingen sollte, durch diese ganzen Polizisten zu gelangen, ohne kontrolliert zu werden.

"Fiyera, mein Name ist Xander." Er lächelte ihr aufmunternd zu und zog sie dann mit an den Ausgang. Diesmal traten ihm mehrer Polizisten in den Weg. Doch ehe diese etwas sagen konnten, hielt er ihnen die beiden Ausweise hin. Der eine der Polizisten erbleichte und sah dann fragend auf die junge Frau nehmen Xander.
"Yera gehört zu mir, wenn es recht ist." Xanders Stimme klang spöttisch und der Polizist zuckte zusammen. "Grüßen Sie Noryan von mir." Die Polizisten machten eine Gasse frei, die sich direkt hinter Xander und Fiyera schloß.
"Ich beantworte Ihnen alles wenn wir draussen sind und ich es rechtzeitig nach Hause schaffe.", murmelte er ihr so leise ins Ohr, dass nur sie die Worte verstehen konnte.

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